Tanna – Eine verbotene Liebe – Trailer und Kritik zum Film

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Tanna – Eine verbotene Liebe – Trailer und Kritik zum Film
Die Menschen sind sich näher, als sie oft glauben – auch wenn sie Tausende Kilometer entfernt im Urwald leben: Mit “Tanna” kommt nun der australische Auslandsoscar-Kandidat in die heimischen Kinos. Er zeigt, dass das alte Romeo-und-Julia-Thema nicht nur in der westlichen Literatur einen Stammplatz hat, sondern auch unter eingeborenen Südseebewohnern von schmerzlicher Aktualität ist.

Die beiden “Ur-Erblinien” der Yakel und der Imedin leben auf der Hauptinsel Vanuatus, Tanna, noch nach den archaischen Regeln der Symbiose mit der Natur im Urwald – allerdings keineswegs im Frieden miteinander. Nach zahlreichen Gewalttaten raffen sich die Stammesältesten dennoch zur Versöhnung auf, als deren Krönung die schöne Wawa (Marie Wawa) dienen soll. Als Friedenspfand soll sie den Sohn des Imedin-Häuptlings heiraten.

Tanna – Eine verbotene Liebe – Die Handlung

Wawa ist jedoch schon seit langem in den hübschen Dain (Mungau Dain) verliebt, der im Stamm der Yakel die Position des Kronprinzen innehat und sich ebenfalls zu Wawa hingezogen fühlt. Der Konflikt mit der von den Alten vereinbarten Stammesordnung ist unvermeidlich, und so fliehen die beiden Liebenden in den Wald – verfolgt von den tobenden Stämmen, die auf Einhaltung der Sitten pochen. Am Ende bleibt den beiden nur ein Ausweg.

Der Ausgangspunkt für das ungewöhnliche Filmprojekt war ein Fernsehbeitrag, den der australische Journalist Bentley Dean auf Tanna drehen wollte. Fasziniert von dem fast 2.000 Kilometer westlich von Australien gelegenen, lediglich 560 Quadratkilometer großen Eiland, entschloss sich Dean mit seinem Kollegen Martin Butler zu seinem Werk, in dem die realen Bewohner des Dorfes Yakel – wie die beiden Regisseure Debütanten im Filmgeschäft – sämtliche Rollen übernehmen sollten.

Tanna – Eine verbotene Liebe – Die Kritik

Im Kern diente für “Tanna” das wahre Ereignis zweier unglücklich Liebender, in dessen Folge sich die Stämme der Ureinwohner entschlossen, ihre Sitten radikal zu ändern. Entstanden ist daraus eine Liebesgeschichte, die frei nach Gottfried Keller nicht unter “Romeo und Julia auf dem Dorfe” sondern als “Romeo und Julia im Urwald” firmieren könnte. So spielt die Natur eine der Hauptrollen in der Verfilmung, bilden Aufnahmen durch das Blätterdickicht den visuellen Rahmen für Blickbeziehungen der Akteure.

“Tanna” ist dabei keine handelsübliche Doku über Ureinwohner, sondern eine schlichte, menschliche Erzählung, welche ihre Protagonisten ernst nimmt und nicht als exotische Wesen zur Schau stellt. Letztlich sind auch einem westlichen Publikum die Widerstände, Probleme und Ängste nicht so fremd, wie man glauben könnte. Die komplexen Massengesellschaften der Ersten Welt spiegeln sich hier im Kleinen wieder, während die Dichotomien Vergebung versus Rache, Frieden versus Krieg auf eine Beziehungsebene verdichtet sind. Das bisweilen hölzerne Spiel der Laiendarsteller stört dabei nur wenig, sondern gibt dem Werk, Rührseligkeit umschiffend, eine zusätzliche Ebene der Authentizität.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Tanna”

(APA)

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