Tadic erhielt Drohungen der Zigarettenmafia

Tadic erhielt Drohungen der Zigarettenmafia
Serbiens Präsident Boris Tadic soll Drohungen der Zigarettenmafia erhalten haben. Das sagte Ratko Knezevic, ehemaliger Mitarbeiter des montenegrinischen Premiers Milo Djukanovic, der derzeit als Geschäftsmann in London tätig ist.

Die Drohungen gegen Tadic sollen nach der Festnahme von mehreren Personen in Belgrad, die der Ermordung des kroatischen Journalisten Ivo Pukanic und seines Mitarbeiters Niko Franjic im Oktober in Zagreb verdächtigt werden, aufgekommen sein.

Kroatiens Präsident Stjepan Mesic soll dem serbischen Staatschef bei einem kürzlichen Treffen in Sofia Unterlagen überreich habe, die im Laufe der Ermittlungen im Fall Pukanic zusammengetragen wurden und die auf eine Gefährdung Tadic’ hindeuteten, sagte Knezevic gegenüber der Belgrader Tageszeitung “Blic”. Im Kabinett des serbischen Präsidenten wurden die Angaben Knezevic’ weder bestätigt noch bestritten.

Der Geschäftsmann montenegrinischer Abstammung und kroatischer Staatsbürgerschaft hatte in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt, als er Djukanovic in einem ausführlichen Interview für die montenegrinische Tageszeitung “Vijesti” wegen Zigarettenschmuggels in den 1990er Jahren schwer belastete. Gemäß Knezevic sei das “Problem des Zigarettenkartells, das von Milo Djukanovic und (Geschäftsmann) Stanko Subotic geleitet wird, entstanden, als in Kroatien und Serbien die früheren wie auch die derzeitigen Behörden zu keiner Einigung mit ihnen bereit” gewesen seien. Der Premier Montenegros wollte Medien gegenüber die Angaben Knezevic’ nicht kommentieren. Die Dummheiten kommentiere er nicht, meinte Djukanovic kurz.

In Serbien wurden im April und Juni drei Personen im Fall Pukanic festgenommen. Einer von ihnen soll den Mordanschlag auf den kroatischen Journalisten organisiert haben. Über die Auftraggeber ist vorerst öffentlich nichts bekannt. Pukanic hatte vor acht Jahren mit einer Artikelreihe in dem Wochenmagazin “Nacional” über den Zigarettenschmuggel auf dem Balkan für Aufsehen gesorgt. Als Köpfe der Zigarettengeschäfte wurden von ihm damals sowohl Djukanovic als auch Subotic bezeichnet.

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