Svindal holt Abfahrt in Beaver Creek vor Feuz, Kriechmayr 6.

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Svindal war einmal mehr der Schnellste
Svindal war einmal mehr der Schnellste - © APA (AFP)
Aksel Lund Svindal ist im vierten Comeback-Rennen schon wieder ein Sieg gelungen. Der Ski-Gigant aus Norwegen gewann am Samstag den Abfahrts-Klassiker in Beaver Creek vor Beat Feuz und DSV-Sensation Thomas Dreßen. Das hoch gehandelte ÖSV-Team erlitt einen Dämpfer, Super-G-Sieger Vincent Kriechmayr war als Sechster bester Österreicher.

Matthias Mayer, der im Abschlusstraining die Konkurrenz förmlich deklassiert hatte, kam bei eigentlich perfekten Rennbedingungen sogar über Platz 12 nicht hinaus. Das vierte Speedrennen des Olympiawinters war damit das erste ohne Podestplatz für den ÖSV.

Österreichs Ski-Stars wurden ganz offensichtlich etwas überrascht von den gegenüber den Trainings leicht veränderten Bedingungen. “Echt komisch. Ich habe nichts anders gemacht als vor zwei Tagen und auch gedacht, dass das schnell ist. Aber so ist es mir in Beaver schon oft gegangen”, quittierte Mayer sein enttäuschendes Ergebnis schulterzuckend.

Gleich 1,85 Sekunden war der Olympiasieger langsamer als am Donnerstag, als er dem Streckenrekord von Daron Rahlves bis auf 15 Hundertstel nahe gerückt war. Der Rekord blieb unangetastet. Rahlves, dem man vor dem Rennen wie Bode Miller einen Streckenteil gewidmet hatte, durfte durchatmen.

Mayer hingegen musste wie der als 22. schwer distanzierte Hannes Reichelt (“Dabei bin ich aktiver gefahren als im Training”) zur Kenntnis nehmen: “Die Verhältnisse haben sich geändert. Es ist ein bisserl wärmer geworden, vielleicht habe ich mich zu wenig darauf eingestellt”, gestand Mayer, der mit dem gleichen Ski gefahren war wie im Training.

Dass man trotz speziellem Anschub-Training mit Langlauf-Trainern den entscheidenden Rückstand schon im oberen, langen Flachstück aufgerissen hatte, wollte Mayer zunächst eher nicht glauben. “Wir haben das angeschaut. Die, die viel angetaucht haben, waren im Training langsamer.”

Kriechmayr verzeichnete einen kleinen Fehler im Steilhang. “Dann habe ich voll riskiert und auch aufgeholt”, erzählte der Oberösterreicher. “Es war sicher kein Traumlauf von mir, aber auf jeden Fall eine bessere Fahrt als im Training. Trotzdem ist die Zeit schlechter. Und beim Mothl genau das Gleiche”, wunderte sich auch Kriechmayr.

Mit Platz sechs sei er zwar zufrieden. “Aber eigentlich wollte ich ganz vorne mitmischen”, sagte Kriechmayr, der letztlich das Podest um nur 22 Hundertstel verpasste und sich vor dem Sieger verbeugte. “Aksel ist der beste Speedfahrer der letzten zehn Jahre. Sich von ihm schlagen zu lassen, ist keine Schande.”

Bei blauem Himmel und Sonne war Beaver Creek wieder einmal eine perfekte Bühne für ein Abfahrtsspektakel. Svindal nutzte dies gleich mit Startnummer eins am besten. Die Nummer, die Mayer zuletzt zwei Mal im Super-G kein Glück gebracht hat, war diesmal womöglich das Erfolgsgeheimnis.

Svindal bewies mit dem 33. Weltcupsieg, dass Beaver Creek ein spezieller Platz für ihn ist. Dort wo er sich 2007 so schwer verletzt und im Jahr darauf triumphal mit zwei Siegen zurückgekehrt war, hält er nun bei bereits 6 Siegen und 13 Podiums. Vier Mal hat er nun alleine dort die Abfahrt gewonnen.

“Man braucht ein bissl Mut, um Nummer eins zu nehmen”, gestand Svindal. “Ich habe im Training gesehen, dass Matthias und Beat schnell sind und ich etwas unternehmen muss. Etwa eine andere Nummer nehmen”, erklärte der Ski-Superstar.

Mit 33 Weltcup-Siegen ist der 34-jährige Norweger nun gleichauf mit Miller die Nummer acht. Und das, obwohl er die vergangenen beiden Saisonen wegen seiner im Jänner 2016 in Kitzbühel erlittenen Knieverletzung jeweils schon im Jänner beenden hatte müssen.

Auch Österreichs zweite Welle konnte die Niederlage nicht lindern, kam doch Patrick Schweiger über Platz 43 nicht hinaus. Der im Super-G schwer gestürzte Steirer Daniel Danklmaier nahm an der Abfahrt teil und wurde 58.

Für die Überraschung des Rennens sorgte Dreßen. Der Deutsche fuhr vor Christof Innerhofer (Startnummer 27) mit Nummer zehn als Dritter erstmals auf ein Weltcup-Podest. “Ein Traum. Auf so was arbeitet man hin. Ich kann’s gar nicht glauben”, freute sich der 24-Jährige aus Mittenwald bei Garmisch.

(APA)

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