Substanz in Wien-Hernals ausgetreten: Essigsäure vermutet

Von Daniela Herger
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In der Lacknergasse in Hernals trat wahrscheinlich gefährliches Essigsäure In der Lacknergasse in Hernals trat wahrscheinlich gefährliches Essigsäure - © VIENNA.AT/Sarah van den Berg
Wie bereits berichtet, trat in Wien-Hernals am Freitagnachmittag eine unbekannte Substanz aus, woraufhin mehrere Wohnhäuser evakuiert wurden. Eine Redakteurin von VIENNA.AT erfuhr nähere Details: Es soll sich um Essigsäure gehandelt haben, die Bewohner von 150 Wohnungen dürfen wohl erst am Abend wieder in ihre Häuser.

Weil bei Abbrucharbeiten in der Lacknergasse 35 in Hernals ein Behälter im Keller hinter einer Wand angebohrt wurde, trat die Substanz aus, von der man zunächst nicht wusste, worum es sich handelte. Dies berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr der VIENNA.AT-Redakteurin, die sich vor Ort befand.

Ein Verletzter bei Austritt von Essigsäure in Hernals

Bei der ätzenden Substanz soll es sich ersten Angaben der Rettung zufolge um Essigsäure gehandelt haben, die daraufhin von einem der Bauarbeiter eingeatmet wurde. Dieser wurde dadurch verletzt und musste medizinisch behandelt werden. Die Bauarbeiter konnten sich selbständig in Sicherheit bringen, so die Feuerwehr, die mit 50 Personen und zehn Fahrzeugen im Einsatz war.

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Die Sicherungsarbeiten rund um die betroffenen Häuser in der Lacknergasse dauern, wie unsere Redakteurin erfuhr, aller Voraussicht nach noch bis zum Abend an. Genauere Angaben konnten zunächst nicht gemacht werden. Die Bewohner, die aus den 150 Wohnungen evakuiert wurden, stehen auf der Straße, viele wurden offenbar nicht darüber informiert, wieso sie ihre Wohnungen verlassen mussten. Zahlreiche Einsatzkräfte von Rettung und Feuerwehr befinden sich vor Ort und werden vor Betreten und nach Verlassen des Hauses in Wien-Hernals aus Sicherheitsgründen in einer Art provisorischen Duscheinrichtung gereinigt – später gaben die Einsatzkräfte bekannt, dass es sich dabei um einen “Wasservorhang” handelte, der über der Türe des Gebäudes angebracht wurde.

Das berichten Feuerwehr und Rettung

Die Wiener Feuerwehr berichtete kurz darauf in einer Aussendung, gegen 13.00 Uhr in die Lacknergasse in Hernals gerufen worden zu sein. Bei Sanierungsarbeiten einer Mauer sei eine ältere, einbetonierte Kühlanlage, die zu einer ehemaligen Fleischerei gehören dürfte, beschädigt worden. Dadurch kam es zum Austritt der unbekannten Substanz mit stechendem Geruch – der aber scheinbar auf der Straße nicht mehr wahrzunehmen war.

Wie die Feuerwehr betonte, handelt es sich nicht um Ammoniak, ob es sich tatsächlich wie vermutet um Essigsäure handelt, ist noch ungewiss. Im Zuge des Einsatzes wurden aus Sicherheitsgründen nicht vier Häuser evakuiert, sondern fünf Häuser kontrolliert und nur drei präventiv geräumt. Insgesamt mussten 20 Personen auf die Straße gebracht werden.

Uneinigkeit über die ausgetretene Substanz

Laut Auskunft der Wiener Rettung (MA 70), die mit dem Katastrophenzug vorsorglich ausgerückt war, wurde der Arbeiter durch die ätzende Substanz leicht verletzt. Er konnte jedoch wenig später in häusliche Pflege entlassen werden, hieß es. “Ein 21-Jähriger klagte danach über Augenreizen und Reizhusten”, berichtete Roland Packert, Sprecher der Wiener Rettung. “Er wurde an Ort und Stelle erstversorgt und entlassen.” Die Feuerwehr übernahm daraufhin Abbau und Entsorgung der Kühlanlage.

Es habe sich bei der Substanz um Essigsäure gehandelt, meinte Jochen Haidvogel von der Wiener Berufsrettung. Die Feuerwehr gab sich zurückhaltender: Die Substanz sei ätzend und habe einen ph-Wert zwischen 2 und 3. Jedenfalls handle es sich nicht um Ammoniak. Näheres müssten weitere Untersuchungen klären, betonte Einsatzleiter Friedrich Brohs. Insgesamt kann Entwarnung gegeben werden: Es ist keine weitere Gefahr in Hernals zu erwarten.



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