Stützlehrer: Entscheidung über Verteilung vertagt

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Stützlehrer: Entscheidung über Verteilung vertagt
Die Entscheidung über die Aufteilung der 300 zusätzlichen Lehrerposten für Sprachförderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache wurde am Donnerstag in Wien vertagt.

Die Dienstposten würden „bedarfsorientiert und transparent“ nach Beschlussfassung des entsprechenden Gesetzes zur Verfügung gestellt, das derzeit im Bundesrat aber blockiert werde, teilte das Ministerium in einer Aussendung mit.

Schon bisher hätten die Länder 2.400 Pflichtschullehrer-Dienstposten zur Förderung von Kindern, die Deutsch nicht verstehen, im Rahmen der Vereinbarungen des Finanzausgleichs erhalten, betont man im Ministerium.

Unabhängig davon bekommen die Länder im Bereich der Bundesschulen, also Gymnasien und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS), im kommenden Schuljahr laut Ministerium 597 zusätzliche Dienstposten. Diese sind allerdings nicht für eine Sprachförderung von Kindern nichtdeutscher Muttersprache, sondern auf Grund der steigenden Schülerzahlen notwendig geworden. Die Zahl der Schüler hat an den AHS-Oberstufen und an den BMHS gegenüber dem für die Planung maßgeblichen Vergleichsjahr um 6.100 zugenommen. Die besonders frühe Zuteilung der notwendigen Werteinheiten bringe den Schulen und den Schulbehörden in den Ländern Planungssicherheit, so Gehrer.

Die Landeshauptleutekonferenz hat im Herbst vergangenen Jahres 700 zusätzliche Lehrer-Dienstposten für die Sprachförderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache gefordert. Gehrer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) hatten daraufhin 300 Stellen zugesichert, vorausgesetzt die Länder können den erhöhten Bedarf nachweisen. Im Pflichtschulbereich gibt es derzeit rund 18.000 außerordentliche Schüler, die auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse dem Unterricht nicht folgen können und daher auch kein Zeugnis bekommen.

Der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, forderte in einer Aussendung Gehrer auf, „nicht wie am Bazar zu feilschen, sondern die dringend erforderlichen zusätzlichen Stützlehrer zu finanzieren“. Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Kinder und Eltern seien in einer so wichtigen Frage kurzsichtig und unverantwortlich.


Ältere Meldung:

Konflikte sind vorprogrammiert, wenn es heute bei einem Treffen der Landeschulratspräsidenten mit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (SPÖ) um die Verteilung der Stützlehrer geht. 300 Dienstposten sollen auf die neun Bundesländer aufgeteilt werden. Doch der Bedarf dürfte weitaus höher sein, wie der ORF berichtet. 700 Dienstposten hat die Landeshauptleutekonferenz für ganz Österreich gefordert. Allein Wien benötige aber 700 Stützlehrer, so Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ). Denn in Wien haben mehr als 40 Prozent der Schüler nicht Deutsch als Muttersprache.

Aus dem Büro von Bildungsministerin Gehrer hieß es, die Länder müssten den Bedarf an Stützlehrern nachweisen und diese dann tatsächlich für Sprachförderkurse einsetzen. Die 300 Posten sollen je nach Bedarf aufgeteilt werden. Das dürfte zur Folge haben, dass einige Bundesländer wohl in puncto Stützlehrer durch die Finger schauen werden.

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