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Sturm Sandy: New York wird lange mit den Folgen kämpfen

Besonders New York hat der Sturm "Sandy" hart getroffen, auch jetzt noch versuchen viele die Stadt zu verlassen. Besonders New York hat der Sturm "Sandy" hart getroffen, auch jetzt noch versuchen viele die Stadt zu verlassen. - © EPA
Mit voller Wucht ist „Sandy“ über die Ostküste der USA hinweggefegt. Vor allem in New York wurden verheerende Schäden angerichtet. Mindestens 29 Menschen sollen ums Leben gekommen sein.

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Teile der Stadt wurden von einer mehr als vier Meter hohen Flutwelle überschwemmt, die Wassermassen fluteten Straßen- und U-Bahn-Tunnel. Rund acht Millionen Menschen waren am Dienstag ohne Strom und müssen bis zu eine Woche auf elektrisches Licht und warmes Wasser verzichten.

Sturm Sandy ist ungewöhnlich stark

"Sandy" traf am Montagabend (Ortszeit) mit großer Kraft nahe des Ferienortes Atlantic City in New Jersey auf die Küste. Das Unwetter wütete in einem riesigen Gebiet von South Carolina bis Kanada im Norden. Es wurden Windgeschwindigkeiten von 145 Kilometern in der Stunde gemessen. "Das ist ein Sturm, der hoffentlich nur einmal im Leben kommt", sagte der Meteorologe Jeffrey Tongue.

Wegen seiner Ausdehnung über Hunderte von Kilometern ist "Sandy" einer der größten Wirbelstürme, die jemals in den USA registriert wurden. Betroffen waren auch die Großstädte Baltimore, Philadelphia und die Hauptstadt Washington. In den Appalachen - einem Mittelgebirge weiter im Landesinnern - setzten heftige Schneefälle ein. "Sandy" zog am Dienstag unter Abschwächung nach Westen weiter. "Das Schlimmste ist vorbei", sagte der Meteorologe Jim Dickey.

New York wird mit den Folgen zu kämpfen haben

New York wird allerdings noch Tage mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen haben. Die U-Bahn, die werktags 5,3 Millionen Menschen Passagiere befördert, wird laut Bürgermeister Michael Bloomberg vier bis fünf Tage ausfallen. Die Stadt hoffe, am bald den Busbetrieb zumindest in Teilen wiederaufzunehmen, sagte Bloomberg. Er hoffe, dass ab Mittwoch wieder alle Busse führen. Sie werden dann zum Nulltarif verkehren, weil Gouverneur Andrew Cuomo Fahrpreise aussetzte.

U-Bahn steht unter Wasser

Die Verkehrsbetriebe MTA hatten die U-Bahnen bereits am Montag in die Depots beordert. Alle sieben unter dem East River liegenden Tunnel von Manhattan nach Queens und Brooklyn standen unter Wasser. "Die New Yorker U-Bahn hat in den 108 Jahres ihres Bestehens noch nie so eine schlimme Katastrophe erlebt wie heute Abend", erklärte MTA-Chef Joseph Lhota.

Daheim werden die New Yorker es dann nicht unbedingt behaglich haben. Rund 700.000 Haushalte und Betriebe - das ist ein Viertel der Kunden von Con Edison - in New York und im Landkreis Westchester waren Stunden nach dem Unwetter ohne Strom. Betroffen waren in Manhattan große Gebiete südlich des Times Square. "Das ist der größte von einem Sturm verursachte Ausfall unserer Firmengeschichte", sagte ConEd-Vizepräsident John Miksad. Ähnliche Äußerungen kamen auch von anderen Energieversorgern. Bis zum Wiederanschluss ans Stromnetz könne es für einige Kunden bis zu zehn Tage dauern.

Auch die Flughäfen waren geschlossen. Betroffen waren auch zahlreiche Verbindungen nach Europa. Auch Österreich-Flüge waren betroffen. Am Vormittag gab es keine Flüge von Wien nach New York, dafür eine Wiederaufnahme der Verbindung Wien-Washington.

Sturm traf auch Kanada

Auch in Kanada hinterließ "Sandy" eine Spur der Verwüstung und forderte ein Todesopfer. Verglichen mit der US-Ostküste kamen die Kanadier aber relativ glimpflich davon. Am Dienstag waren immer noch über 100.000 Haushalte im Norden ohne Strom.

Schäden sind noch nicht genau einschätzbar

Fachleute rechnen mit wirtschaftlichen Schäden von 20 Milliarden Dollar, von denen die Hälfte nicht versichert ist. Nach ersten Expertenschätzungen wird der Sturm die großen Versicherer aber weniger stark treffen als zunächst befürchtet. JP-Morgan-Versicherungsexperte Michael Huttner sagte am Dienstag, "Sandy" werde vermutlich eher die Dimension von "Irene" aus dem vergangenen Jahr erreichen und nicht die von "Ike", dem nach "Katrina" zweitteuersten Hurrikan der vergangenen Jahrzehnte. Daten der Münchener Rück zufolge hatte "Ike" 2008 die Assekuranz 18,5 Milliarden Dollar gekostet. "Irene", der wie "Sandy" auch die US-Wirtschaftsmetropole New York traf, wird dagegen nur mit versicherten Schäden von 5,5 Milliarden Dollar geführt.

Im Atomkraftwerk Oyster Creek in New Jersey wurde nach Behördenangaben wegen des Hochwassers Alarm der zweiten von vier Warnstufen ausgelöst. Sollte das Wasser weiter steigen, könnte das Kraftwerk gezwungen sein, Wasser-Notreserven für die Kühlung von abgebrannten Brennstäben zu nutzen, teilte die Atomaufsichtsbehörde mit. (APA)



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