Sturm hat CL-Trümpfe in der Hand -  1:1 gegen Borisow

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Sturm hat CL-Trümpfe in der Hand -  1:1 gegen Borisow
Sturm Graz darf sich große Hoffnungen auf den Einzug in die Gruppenphase der Fußball-Champions-League machen. Österreichs Meister holte am Dienstag vor 13.000 Zuschauern im Dinamo-Stadion von Minsk ein 1:1 gegen BATE Borisow und hat nun im Play-off-Rückspiel am 24. August in der UPC-Arena alle Trümpfe in der Hand, zum vierten Mal in der Clubgeschichte und als erster österreichischer Verein seit Rapid 2005 in der Millionenliga vertreten zu sein.

Weber hatte die Foda-Truppe in der 12. Minute in Führung gebracht. Simic gelang in der 59. Minute nur noch der Ausgleich für die Hausherren. BATE hatte zwar mehr vom Spiel und kämpfte bis zum Schluss verbissen um eine bessere Ausgangsposition, allerdings wirkte der weißrussische Champion den Grazern auch in einigen Belangen unterlegen.

Schon in der Anfangsphase wurde ersichtlich, dass die ersatzgeschwächten Weißrussen nur mit limitierten Mitteln agierten. Sturm hielt Borisow ohne große Mühe vom eigenen Strafraum entfernt und schaffte es immer wieder, nach einfachen Ballverlusten des Gegners Nadelstiche zu setzen – so auch in der 12. Minute: Weber nützte einen Abspielfehler des weißrussischen Champions und beförderte den Ball zu Szabics, der wiederum Weber einsetzte. Der defensive Mittelfeldspieler erzielte mit seinem Schuss zwischen die Beine von BATE-Goalie Gutor hindurch jenen Treffer, der die Teilnahme an der Eliteliga bedeuten könnte.

Nur ein einziges Mal vor der Pause wurde Borisow gefährlich, als Filipenko in der 34. Minute den Ball aus rund acht Metern am langen Eck vorbeischlenzte. Praktisch im Gegenzug missglückte Szabics ein Kopfball aus guter Position nach Kienast-Flanke. In der 43. Minute ließ Dudic eine viel größere Chance aus: Der Serbe stand nach einer Freistoßflanke von Säumel plötzlich völlig allein drei Meter vor dem Tor, traf jedoch den Ball nicht.

Das leichtfertige Vernebeln dieses “Champions-League-Matchballs” sollte sich in der 59. Minute rächen. Rodjonow zirkelte einen Freistoß zur Mitte und Simic durfte aus kurzer Distanz relativ unbedrängt einköpfeln. Sturm hatte sich davor zu weit zurückfallen lassen, präsentierte sich danach aber wieder etwas spielfreudiger – Beweis dafür war ein nicht ungefährlicher Kopfball von Kienast am langen Eck vorbei (66.).

Erst in den letzten Minuten, als Borisow alles auf eine Karte setzte, artete die Partie aus Grazer Sicht in eine Abwehrschlacht aus. Das Rückzugsgefecht erfüllte schließlich seinen Zweck, weil die Weißrussen ihre Angriffe zu planlos vortrugen – sehr zur Freude der rund 50 mitgereisten Sturm-Fans. Für 36 von ihnen machte sich damit sogar eine 24-stündige Busreise von Graz nach Minsk bezahlt.

Meinung Foda

Franco Foda (Trainer Sturm Graz): “Die Spieler waren nach dem Match nicht zufrieden. Wir hätten ein Tor mehr erzielen müssen. Leider haben wir bei einer Standardsituation nicht aufgepasst. Ein 1:1 ist ein sehr gefährliches Ergebnis. Wir müssen daheim alle Kräfte bündeln, um weiterzukommen. In der zweiten Hälfte haben wir uns zu weit zurückfallen lassen, aber auch deswegen, weil die erste Hälfte viel Substanz gekostet hat. Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt, aber es wird noch schwierig. Wir haben absolut am Limit gespielt. Wir werden auch im Heimspiel zu unseren Chancen kommen.”

Meinung Weber

Manuel Weber (Schütze des Sturm-Tores): “Das Tor war sehr wichtig, auch wenn wir es verabsäumt haben, ein zweites oder drittes draufzusetzen. So ist es ein bisschen bitter. Wir können mit dem 1:1 zufrieden sein, auch wenn mehr drin gewesen wäre. Die Ausgangsposition hat sich verbessert.”

Meinung BATE-Trainer Gontscharenko

Wiktor Gontscharenko (Trainer BATE Borisow): “Wir haben leider einen dummen Fehler gemacht und das Tor bekommen. Danach war es schwierig für uns. Ich bin froh, wie wir reagiert haben. Vor allem nach unserem Tor haben wir gut gespielt. Wir haben erwartet, dass Sturm so spielt. Die Chancen stehen weiterhin 50:50, es hat sich nichts geändert. Uns ist es egal, ob wir daheim oder auswärts spielen. Wir müssen in allen Linien schneller spielen, das bringt uns auch den nötigen Erfolg.”

APA

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