Studienberechtigungsprüfung soll zwecks Förderung reformiert werden

Eine Reform der Studienberechtigungsprüfung wird gefordert.
Eine Reform der Studienberechtigungsprüfung wird gefordert. - © APA (Sujet)
Bei der Hochschulkonferenz wird eine Reform der Studienberechtigungsprüfung besprochen, um so “nicht-traditionelle Zugänge” zu fördern. Außerdem sollen für alle Studien Online-Self-Assessments angeboten und Anwesenheitspflichten flexibilisiert werden.

Die aus Vertretern der einzelnen Hochschulsektoren, Wissenschaftsministerium und HochschülerInnenschaft (ÖH) zusammengesetzte Hochschulkonferenz empfiehlt eine Reform der Studienberechtigungsprüfung zur Förderung “nicht-traditioneller Zugänge”.

“Traditionelle Studierende” sind all jene, “die zeitnah nach Absolvierung eines prototypischen Bildungsverlaufs ein Studium aufnehmen”. Das bedeutet, dass sie etwa die Schule nicht länger unterbrochen haben und nach deren Abschluss höchstens Präsenz- oder Zivildienst bzw. ein Auslandsjahr vor Studienbeginn einschieben.

“Nicht-traditionell” sind demnach alle, die von diesem linearen Verlauf abweichen – also etwa Personen, die über eine Studienberechtigungsprüfung oder Berufsreifeprüfung an eine Hochschule kommen. Außerdem fallen darunter auch berufstätige Studenten, Studenten aus niedrigeren sozialen Schichten, mit Migrationshintergrund, Betreuungspflichten, Behinderung oder ehemalige Studienabbrecher.

Studienberechtigungsprüfung soll reformiert werden

Ziel der Arbeitsgruppe war es, deren Zugang zum Studium zu erleichtern bzw. deren Verbleib in diesem zu unterstützen. So soll etwa die Studienberechtigungsprüfung künftig neben formalen auch sogenannte non-formale Lernergebnisse wie eine facheinschlägige Tätigkeit berücksichtigen, heißt es in den Empfehlungen.

Aber auch im Studium selbst sollen Lernergebnisse besser anerkannt werden – etwa durch Anrechnung einer einschlägigen Berufstätigkeit im Rahmen von freien Wahlfächern. Außerdem wird empfohlen, Entscheidungen über Anerkennungen von Prüfungen und Zulassung zu Studien anonymisiert zu veröffentlichen.

Bessere Orientierung vor Studium-Beginn gefordert

Darüber hinaus soll es schon im Vorfeld des Studiums und zu dessen Beginn Maßnahmen zur besseren Orientierung geben: So sollen die Hochschulen für möglichst alle Studien Online-Self-Assessments anbieten. Außerdem soll es ganz am Anfang sogenannte “Bridging-Kurse” geben, um Studenten mit unterschiedlicher Vorbildung auf den erforderlichen Wissensstand zu bringen. Anschließend sollen sie durch Mentoringprogramme der ÖH durchs Studium begleitet werden.

Die Hochschulen müssten außerdem ihre Curricula flexibel gestalten und unter anderem mehr Online-Angebote zur Verfügung stellen. Anwesenheitspflichten sollten nur dort festgelegt werden, “wo sie für das Erreichen der (curricularen) Lernziele und des jeweiligen Qualifikationsprofils unbedingt notwendig sind”. Auch die Planbarkeit des Studiums soll erhöht werden – etwa durch Bekanntgabe aller wichtigen Lehrveranstaltungs- und Prüfungstermine bereits vor dem Semester.

Empfehlungen werden geprüft

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) kündigte eine sorgfältige Prüfung der Empfehlungen an. Diese sollen in die Strategie zur soziale Situation der Studierenden einfließen, die gerade erarbeitet wird. “Wir wollen eine breiten, aber nicht beliebigen Zugang zum Studium”, so der Ressortchef in einer Stellungnahme. Daher müssten mehr Menschen die Chance auf Aus- und Weiterbildung an Hochschulen erhalten, sich gleichzeitig aber besser auf das Studienangebot verteilen. Ziel sei auch mehr Durchlässigkeit zwischen den Institutionen.

Die ÖH sieht neben dem Ministerium auch die Hochschulen am Zug: Diese müssten endlich flexibles Studieren ermöglichen, indem etwa die “strikten” Studieneingangsphasen abgeschafft, Voraussetzungsketten gelockert und Lehrveranstaltungen und Prüfungen an studienzentriertes Lernen angepasst werden.

(APA/Red)

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