Studie sieht “stehendes” Trinkwasser als Gefahrenquelle

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Regelmäßige Installationswartung ist wichtig
Regelmäßige Installationswartung ist wichtig - © APA
Zwei Drittel des in Österreich getrunkenen Wassers stammen aus der Leitung. Im Großen und Ganzen wird das H2O in bester Qualität geliefert. Im Eigenheim kann das kühle Nass allerdings innerhalb von wenigen Tagen “verderben”, warnten Experten am Mittwoch in Wien. Rund 80 Prozent der Österreicher würden ihre Trinkwasserinstallationen nicht regelmäßig warten, bemängelte das “Forum Wasserhygiene”.

Das interdisziplinäre Netzwerk informierte über alarmierende Resultate einer neuen Studie. “Dringenden Handlungsbedarf” attestierten die Spezialisten bei der Präsentation der Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com mit 500 Teilnehmern im Mai. Bereits im Vorjahr hat sich gezeigt, dass rund zwei Drittel des in Österreich getrunkenen Wassers aus der Leitung kommen – sechs von zehn Befragten wussten aber nicht, dass H2O “verderben” kann. “Wasser hat ein Ablaufdatum! Und jeder ist für die Trinkwasserqualität im Gebäude selbst verantwortlich”, erläuterte Herbert Wimberger, Präsident des Forum Wasserhygiene. Das diesbezügliche Problembewusstsein sei in Österreich leider nur mangelhaft vorhanden.

Der Mangel zeigt sich auch darin, dass 80 Prozent ihre Trinkwasserinstallationen nicht regelmäßig warten. Grundsätzlich sollte mindestens alle fünf bis sieben Tage bei allen Auslässen das Wasser für wenigstens sieben Minuten fließen. Gefahren wie Legionellen lauern aktuell vor allem nach längeren Abwesenheiten – und grundsätzlich beim Wochenend-Domizil.

Wenn die Anlagen nicht fachgerecht installiert, gewartet und/oder betrieben werden, kann das kühle Nass sozusagen auf den letztem Metern die Gesundheit gefährden. Einfach Gegenmaßnahmen wie schlichtes “Laufen lassen” senken das Risiko, sich mit Legionellen oder anderen Erregern zu infizieren drastisch. Vor allem nach Abwesenheiten: So werden laut der aktuellen Studie etwa rund 85 Prozent aller Wellnesseinrichtungen im Privatbereich nicht ausreichend genutzt. Sie sind daher hinsichtlich einer Verkeimung besonders anfällig.

Dies bedeute zudem auch ein hohes Haftungsrisiko für Vermieter: Kommen Konsumenten zu Schaden, drohen Planern, Errichtern und Betreibern von Trinkwasserinstallationen rechtliche Konsequenzen. Mehr als die Hälfte der Österreicher sind mehrmals pro Jahr mindestens 24 Stunden außer Haus. Bei der Rückkehr sollten immer alle Auslässe durchgespült bzw. laufen gelassen werden – dies ist allerdings nur in fünf Prozent der Mietverträge geregelt.

Wer die Trinkwasserqualität in Gebäuden erhalten möchte, dem empfehlen die Experten folgende Maßnahmen: Regelmäßige Wasserentnahmen nach 24 Stunden Abwesenheit, Kaltwassertemperatur von maximal 20, Warmwasser mindestens 55 Grad Celsius und regelmäßige Wartung und Reinigung.

(APA)

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