Streit um 2 Millionen Euro: 42-Jährige soll 78-jährigen Ehemann bestohlen haben

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Eine 42-jährige Frau steht wegen schwerem Diebstahls vor Gericht,
Eine 42-jährige Frau steht wegen schwerem Diebstahls vor Gericht, - © APA
Am Donnerstag musste sich eine 42-jährige Frau wegen schwerem Diebstahl vor Gericht verantworten. Der 78-jährige Ehemann warf seiner Frau vor, ihn systematisch um sein Vermögen von mehr als zwei Millionen Euro gebracht zu haben.

Die Beziehung zwischen dem rüstigen Ingenieur und der Frau hat im Jahr 2012 im Golfclub Schloss Schönborn in Niederösterreich ihren Anfang genommen, den der verwitwete Mann häufig besuchte. Die heute 42-Jährige arbeitete dort als Servierkraft. Je nach Ansicht der vertretenen Rechtsanwälte hat sich entweder die Frau an den Mann, oder der Mann an die Frau herangemacht.

Es folgte jedenfalls eine Beziehung, innerhalb welcher der wohlhabende Pensionist seine Liebe nicht nur mit in Reimform verfassten romantischen SMS, sondern auch mit finanzieller Zuwendung deutlich machte. So soll er laut Anklage der 42-Jährigen ein Mercedes E200 Coupe, Zahnersatz, Reisen und auch Brustimplantate gesponsert haben. Wenn er sich weigerte, soll die Frau mit Sexentzug gedroht haben.

42-Jährige soll Sparbücher des Ehemanns geplündert haben

Je nach Ansicht der vertretenen Anwälte hat dann entweder die Frau den Mann bzw. der Mann die Frau zur Heirat überredet. Dann soll die 42-Jährige ihren Gatten nach und nach dazu gebracht haben, ihr die Kombinationen für den Safe zu verraten. Die Frau – mit einem Einkommen von 369 Euro monatlich, aber einem heutigen Vermögen von rund 1,5 Millionen Euro – soll während einer Reise nach Kroatien unter Vorspielung falscher Tatsachen alleine nach Wien gefahren sein, sämtliche Sparbücher des Mannes geplündert und sich drei Goldbarren angeeignet haben.

Die Frau bestritt, dass Geld widerrechtlich an sich genommen zu haben. Ihr Ehemann habe ihr das Vermögen vielmehr geschenkt, da er verhindern wollte, dass dieses nach seinem Tode seinen Kindern vermacht werden könnte, mit denen er zerstritten ist. Für Anwalt Nikolaus Rast eine “reine Schutzbehauptung”, “zumal es denkunlogisch erscheint, dass ein nahezu 80-jähriger Mann, der über 40 Jahre seines Lebens hart gearbeitet hat, sein gesamtes Barvermögen einer Frau schenkte, die er lediglich kurze Zeit kennt”.

Für die detaillierten Einvernahmen schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus. Danach wurde die Verhandlung vertagt, damit der vermeintlich relevante SMS- und Mail-Verkehr das Paares ausgewertet werden konnte.

(APA/Red)

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