Strache würde bei Olympia-Bewerbung “Bevölkerung mitnehmen”

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Strache sagt, es muss ein "breites Wollen" geben
Strache sagt, es muss ein "breites Wollen" geben - © APA (Neubauer)
Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) kann sich prinzipiell für Olympische Winterspiele in Österreich erwärmen. Für eine Bewerbung Graz/Schladming 2026 müsse aber breite Unterstützung vorhanden sein, sagte er im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Als Regionalpolitiker würde er das “so handhaben, dass ich die Bevölkerung mitnehme”, befand Strache, der seine Zweifel anmeldete.

Grundsätzlich befürworte er österreichische Bewerbungen um bedeutende internationale Sportveranstaltungen, meinte der Vizekanzler. Er sorge sich allerdings um die Verankerung einer Olympia-Bewerbung in der Bevölkerung. “Das Wollen habe ich ja gehört, dass Schladming Interesse hat. Aber ich sage, das muss auch von unten getragen werden, von den politischen Verantwortungsträgern gemeinsam mit der Bevölkerung”, betonte Strache.

“Es muss ein breites Wollen geben, der Region und der Menschen, die dort leben. Man kann ja das nicht gegen die Bürger in der Region machen”, sagte der FPÖ-Chef. Die ablehnende Haltung zu einer Bewerbung Innsbrucks für die Spiele 2026, die in einer Volksbefragung am 15. Oktober 2017 zum Ausdruck kam, sei ein warnendes Beispiel.

In Graz, Schladming sowie im Bundesland Steiermark sollen keine Volksbefragungen durchgeführt werden. Es sei Aufgabe der Gemeindevertretungen, über eine Bewerbung zu entscheiden, hieß es vonseiten der Lokalpolitik. Strache wolle den steirischen Kollegen keine Ratschläge geben, er sprach sich auch nicht klar für eine Befragung aus. “Das sind die Entscheidungsträger vor Ort, die das zu bewerten haben, nicht der Herr Sportminister. Aber ich sage, so etwas muss immer von der Bevölkerung mitgetragen werden.” Er sei “immer ein großer Anhänger für so einen Prozess”.

Am Ende werde das Ministerium evaluieren, ob sich für den Bund das Investment einer Bewerbung lohnt. Laut Strache werden Kosten von bis zu 15 Millionen Euro schlagend werden. “Wenn das nicht in der Region alleine mit den Austragungsstätten möglich ist, sondern man auch Wien, Klagenfurt und andere Orte benötigt, ist die Frage, ob man überhaupt eine Chance hat, am Ende den Zuschlag zu erhalten”, hat er durchaus Bedenken.

Die Olympia-Gegenwart heißt allerdings Südkorea, wo derzeit die 23. Winterspiele stattfinden. Der Vizekanzler reist am Donnerstag nach Pyeongchang, wo er sich einige Bewerbe ansehen wird. Den Riesentorlauf der Ski-Herren und die 500-Meter-Konkurrenz der Damen im Eisschnelllaufen mit Vanessa Herzog am Sonntag hat er fix eingeplant. “Es sind insgesamt, glaube ich, fünf Veranstaltungen, die sich ausgehen”, informierte er.

Dazu sind einige Arbeitsgespräche mit Präsidenten von heimischen Sportverbänden eingeplant. Strache wolle zudem mit den Sportministern Südkoreas und Chinas zusammentreffen. “Wir haben ja 2022 die Winterspiele in Peking. Das ist natürlich auch für Österreich interessant, wenn es dann um Sportindustrie oder auch Tourismus geht, da unsere Potenziale zu nützen”, kündigte er an.

(APA)

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