Stefan Weber überlegt Hofburg-Kandidatur

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Täglich bekommt der Sänger der Kultband Drahdiwaberl Briefe mit dem Aufruf: “Tun Sie es bitte, Herr Professor! Treten Sie an und fegen Sie die beiden Würschteln hinweg!“ – als Präsident würde er die Regierung entlassen.

Stefan Weber ist noch am Überlegen. „Zeit genug ist ja noch“, meint der Chef der Wiener Kultband Drahdiwaberl, auf seine angekündigte Präsidentschafts-Kandidatur angesprochen. Zwar scheint Webers Lust, tatsächlich ins Rennen um die Hofburg einzusteigen, merklich gesunken, aber: „Das Volk ruft nach einem neuen Kandidaten. Jeden Tag bekomme ich zwei- bis dreihundert Briefe: Tun Sie es bitte, Herr Professor! Treten Sie an und fegen Sie die beiden Würschteln hinweg.“

Die 6.000 nötigen Unterstützungs-Unterschriften wären laut Weber kein Problem: Allein beim letzten Drahdiwaberl-Konzert im Dezember hätten 850 Leute unterschrieben. „Wenn wir das ernsthaft angehen würden, dann bin ich sicher, das schaffen wir locker.“ Aber, so Weber: „Jeder, der Drahdiwaberl kennt, weiß, wie ernst das gemeint ist.“


“Ich bin ein fauler Hund”

Vor zehn, fünfzehn Jahren war Weber schon einmal im Gespräch für die Bundespräsidentschaft, erzählt er. „Die Wiener Grünen wollten mich aufstellen. Die waren damals links-alternativ und nicht so wie die Grünen heute mit Van der Bellen.“ Er habe damals ernsthaft darüber nachgedacht, drei schlaflose Nächte gehabt und sich schließlich gedacht: „Ich bin ein fauler Hund, das tu ich mir nicht an.“


Regierung entlassen und Kirche ärgern

Was er als Bundespräsident tun würde, hat sich Weber aber schon überlegt: „Die Regierung entlassen, das wäre meine erste Tat.“ Danach käme das Bundesheer dran, das er als Oberbefehlshaber einfach auflösen würde. „Die Kirche tät’ auch nix zu lachen haben“ und müsste sich ihre Privatschulen selbst finanzieren, droht Weber. Religion als Pflichtfach würde der ehemalige Zeichen-Lehrer abschaffen und alle Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen. Und noch etwas würde unter Präsident Weber aus der Schule verschwinden: „Als Bundespräsident ist es ja üblich, dass man in Klassenräumen aufgehängt wird. Das muss aber auch nicht sein. So eitel bin ich nicht.“

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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