Stefan Vladar neuer Chefdirigent des Wiener Kammerorchesters

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Stefan Vladar neuer Chefdirigent des Wiener Kammerorchesters © © nancy horowitz
Der Pianist und Dirigent Stefan Vladar ist neuer Chefdirigent des Wiener Kammerorchesters. Er folgt in dieser Funktion auf Heinrich Schiff, der die Stelle krankheitsbedingt aufgeben musste, hieß es bei einer Pressekonferenz.

Vladar will in der programmatischen Ausrichtung des Orchesters sanft an die Meisterwerke des 20. Jahrhunderts heranführen und sich auch Komponisten aus früheren Epochen widmen, die “zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind”, wie er selbst schilderte. Dies soll “mit publikumswirksamen Stücken der Kammermusikliteratur abgerundet” werden.

Vladar (Jahrgang 1965), der seinen ersten Auftritt mit dem Kammerorchester bereits im Jahr 1983 hatte, ist mit seiner Bestellung zum Chefdirigenten “endlich daheim”. “Es fühlt sich an wie nach Hause kommen”, sagte Vladar über die “lange Freundschaft” zum Orchester. Er habe den Beruf des Dirigenten zwar nicht studiert, aber “von der Pieke auf gelernt”, so Vladar, der bei der “Capella istropolitana” seine “Lehrjahre” absolviert und seither mit zahlreichen Orchestern gearbeitet hat. Er sehe sich als “Musiker” – ein “Beruf mit vielen Facetten”, zu denen sowohl seine Tätigkeit als Pianist als auch als Dirigent gehöre.

Neben den programmatischen Justierungen will Vladar sich mit dem Orchester ab 2009/10 – der ersten Saison, wo seine Handschrift als Chefdirigent zum Tragen kommen wird – im Theater an der Wien den Mozart-Klavierkonzerten widmen. Ebenso sollen im Rahmen verschiedener Zyklen alle fünf Mendelssohn-Symphonien erklingen – “ganz große Meisterwerke”, die zu wenig gewürdigt würden, so Vladar. Diese Symphonien wird es in Kombination mit Beethoven-Klavierkonzerten geben. Derart will Vladar beide Seiten seiner Musikerpersönlichkeit zum Einsatz bringen.

Dass Schiff, der 2005 zum Chefdirigenten bestellt wurde, seinen Posten nun aufgeben musste, habe im Orchester für “echte Rührung” gesorgt, dankte Geschäftsführer Christian Buchmann dem Dirigenten. “Wenn ein Chefdirigent scheidet, ist normalerweise die Luft draußen. Hier war noch sehr viel Luft drinnen.” Mit der Bestellung Vladars sei Schiffs Erbe “in sehr gute Hände” gelegt worden.

Vladar hat 1985 als jüngster Teilnehmer und bisher einziger Österreicher den Internationalen Beethoven-Klavierwettbewerb in Wien gewonnen. Als Pianist hat er u.a. mit den Wiener Philharmonikern, der Academy of St. Martin in the Fields oder dem Concertgebouw unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Yehudi Menuhin und Seiji Ozawa gespielt. Er hat mehr als 20 Tonträger aufgenommen. Seine Dirigenten-Tätigkeit führte ihn ans Pult u.a. der Wiener Symphoniker, des Mozarteum Orchesters Salzburg und des Dänischen Radiosymphonieorchesters. Besonders eng arbeitete er mit dem Wiener Kammerorchester und der Camerata Salzburg, mit der er 2006 Mozart-Werke auf CD eingespielt hat, zusammen. Ab der Saison 2003/04 war er für drei Jahre Chefdirigent des “Recreation – Großes Orchester Graz”.

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