Statt wegwerfen: Erstes Wiener Repair Café in Landstraße

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Im dritten Bezirk gibt es jetzt das Repair Café
Im dritten Bezirk gibt es jetzt das Repair Café - © Peter Erlebach
Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert, oder einem Sessel, der wackelt? Oder mit dem Lieblingsplattenspieler, bei dem sich nichts mehr dreht – etwa wegwerfen? Warum nicht reparieren lassen! Im dritten Bezirk gibt es für diesen Zweck das erste Repair Café.


Peter Erlebach, ehemals Gründer und CEO von wohnnet.at organisiert an jedem Donnerstag von 14 bis 19 Uhr das erste Repair Café in Wien-Landstraße. Im dritten Bezirk in der Löwengasse 42 dreht sich seit 24. September alles ums Reparieren.

Erstes Wiener Repair Café: Angebot und Idee

Zwischen 14 und 19 Uhr stehen verschiedene Fachleute zur Verfügung: Elektriker, Elektroniker, Tischler, sie helfen kostenlos bei allen möglichen Reparaturen. Zudem sind verschiedene Werkzeuge und Materialien vorhanden. Besucher des Repair Cafés bringen ihre kaputten oder funktionsuntüchtigen Gegenstände von Zuhause mit. Toaster, Lampen, Föhne, Kleidung, Fahrräder, Spielzeug, Geschirr… alles, was nicht mehr funktioniert, kaputt oder beschädigt ist, kann mitgebracht werden. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Reparatur gelingt! Die Fachleute im Repair Café wissen fast immer eine Lösung.

Indem Peter Erlebach Werbung für‘s Reparieren macht, möchte er zur Reduzierung des Müllbergs beitragen. Das ist sehr notwendig, findet er, „in Österreich werfen wir unfassbar viel weg, auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider denken vielen Menschen gar nicht mehr ans reparieren, weil ein Neuprodukt oft auch billiger ist“. Mit dem Repair Café wollen wir das ändern. Wir wollen auch junge Menschen animieren, an die Umwelt zu denken, selbst etwas in die Hand zu nehmen und zeigen wie einfach es ist, etwas zu reparieren.“

Reparieren statt wegwerfen – und dabei vernetzen

Das Repair Café ist auch dazu gedacht, Menschen in der Nachbarschaft auf neue Art und Weise wieder mit einander in Kontakt zu bringen. Sodass sie entdecken, wie viel Wissen und praktische Fähigkeiten eigentlich vorhanden sind. Peter Erlebach: „Wenn man gemeinsam mit einem bis dahin unbekannten Nachbarn ein Fahrrad, einen CD-Spieler oder eine Hose repariert hat, sieht man diese Person doch mit anderen Augen, wenn man ihr das nächste Mal auf der Straße begegnet. Zusammen etwas reparieren, kann zu ganz tollen Kontakten in der Nachbarschaft führen.“

Peter Erlebach weist ebenfalls darauf hin, dass eine Reparatur auch Geld und kostbare Grundstoffe einspart und zudem zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beiträgt. „Aber wir wollen mit dem Repair Café vor allem zeigen, dass Reparieren Spaß macht und oft ganz einfach ist.“

Konzept Repair Café stammt aus Amsterdam

Das Konzept Repair Café ist in Amsterdam entstanden, wo die „Stichting Repair Café“ (siehe www.repaircafe.nl) seit 2010 regelmäßig Reparaturtreffen organisiert. Seit Januar 2011 unterstützt diese Stiftung auch örtliche Gruppen in den ganzen Niederlanden, die ihr eigenes Repair Café beginnen wollen. Die Stiftung unterstützt ebenfalls das Repair Café in Wien.

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