Starkregen, Sturm und Hagel: 1.200 Feuerwehrleute in Kärnten im Einsatz

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Starkregen, Sturm und Hagel: 1.200 Feuerwehrleute in Kärnten im Einsatz
Nach der Hitzewelle in Österreich kam am Mittwoch die ersehnte Abkühlung. In Kärnten zogen jedoch zwei Unwetterfronten mit Starkregen, Sturm und Hagel über das Land, die massive Schäden hinterlassen haben.

Insbesondere der Hagel hat massive Schäden angerichtet, Passanten wurden mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Betroffen war ganz Kärnten, vor allem aber der Raum Villach, sowie die Bezirke Klagenfurt-Land, Hermagor und Feldkirchen. 1.200 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Bäume und Stromleitungen abgerissen

Die erste Unwetterwelle ließ einige Bäume umstürzen, Straßen wurden blockiert und Stromleitungen abgerissen. In der Gemeinde Arriach kam es durch eine herabgefallene Stromleitung zu einem Brand in einem kleinen Waldstück. Pkw und Häuser wurden beschädigt. Bis 16.00 Uhr verzeichnete die Landesalarm- und Warnzentrale jedoch nicht mehr als 20 Einsätze. “Es schien, als ob Kärnten noch einmal glimpflich davon gekommen wäre”, sagte Hermann Maier vom Landesfeuerwehrverband in einer Aussendung.

Ab 17.30 Uhr zog dann eine zweite Gewitter- und Hagelzelle über Kärnten. Hagelkörner, so groß wie Tennisbälle, verletzten in Villach mehrere Personen, unzählige Dächer und Fahrzeuge wurden beschädigt. Das Rote Kreuz verzeichnete zahlreiche Notrufe, die Verletzten wurden ins Landeskrankenhaus gebracht. Auf den Verkehrswegen gab es massive Behinderungen: In Unterführungen stand teilweise das Wasser, Keller wurden überflutet, Bäume und Muren verlegten die Straßen, Stromausfälle gab es ebenfalls. Menschen mussten aus stehengebliebenen Aufzügen befreit werden.

Überschwemmungen und starker Hagel nach Hitze

Das durch den Hagel herabgerissene Laub verstopfte viele Abflüsse und Kanäle. In Hermagor gab es einen Waldbrand infolge von Blitzschlag. Ein mit 28 Fahrgästen besetzter Zug fuhr bei St. Stefan im Gailtal gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum. Die Bahnstrecke musste gesperrt werden, verletzt wurde niemand. Auch am Ossiacher See wurde die Bahnverbindung wegen umgestürzter Bäume vorübergehend eingestellt. Am See selbst war die Wasserrettung im Einsatz. Drei Boote waren während des Sturms in Seenot geraten.

Laut Rotem Kreuz musste in Villach ein Pflegeheim teilweise evakuiert werden, weil das Gebäude vom Hagel stark beschädigt war. In der Mediathek der Arbeiterkammer in Villach gab es einen Wassereinbruch, Hunderte Bücher und Medien wurden durchnässt. In Klagenfurt fällte der Sturm ein Naturdenkmal: eine 400 Jahre alte Linde. Die Asylwerber im Zeltlager Kumpendorf wurden laut Polizei während des Gewitters in einen ausgeräumten Besprechungsraum der Polizeikaserne gebracht. Gehagelt hat es in Krumpendorf nicht.

Aufräumarbeiten in Kärnten

Am Donnerstag waren die Aufräumarbeiten in vollem Gange. In Villach wurden ein Krisenstab und eine Hotline für Betroffene von Schäden eingerichtet. Außerdem wurden die Parkgebühren für infolge des Hagels fahruntüchtige Autos ausgesetzt.

Die österreichische Hagelversicherung bezifferte die Unwetterschäden für die Kärntner Landwirtschaft mit 3,5 Millionen Euro. Starkregen, Hagel und Sturmböen zogen eine Spur der Verwüstung durch die Felder, einige Gärtnereien wurden von golfballgroßen Hagelkörnern vollkommen zerstört. Rund 9.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Betroffen waren sowohl Garten- und Obstbau wie auch Getreide, Mais, Soja und Grünland.

(APA)

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