Stadt Wien definiert neun Gesundheits- ziele: Konkrete Maßnahmen bis 2025

Die Wiener sollen bis 2025 gesünder leben.
Die Wiener sollen bis 2025 gesünder leben. - © bilderbox.com (Sujet)
Die Wiener sollen bis 2025 um eineinhalb Jahre länger gesund leben. Deswegen hat die Stadt Wien nun neun Gesundheitsziele definiert, die anhand konkreter Maßnahmen erreicht und auch laufend gemessen werden sollen.

“Unser zentrales Ziel ist es, die Gesundheit und Lebensqualität der Wiener nachhaltig zu fördern und zu verbessern und uns dabei auch messen zu lassen”, erklärte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) am Donnerstag. Dazu hat man 133 Experten aus 62 Organisationen von Ärztekammer bis Stadtschulrat versammelt, die gemeinsam neun übergeordnete Gesundheitsziele erarbeitet haben.

Gesünder leben bis 2025: Ziele der Stadt Wien

So soll die gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche erhöht, die Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt gestärkt und Selbstständigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter gefördert und erhalten werden. Ebenfalls auf der Agenda: Die Etablierung der integrierten Versorgung – also laut Wehsely “die Grenzen zwischen stationärer und niedergelassener Versorgung niederreißen”, die Gesundheitskompetenz der Wiener fördern und Prävention, Früherkennung und Behandlungsabläufe gezielt optimieren.

Zudem soll die psychosoziale Gesundheit der Bevölkerung gestärkt, die Umweltbelastung gering gehalten und Bewegung gefördert und schließlich ein Gesundheitsmonitoring aufgebaut werden. In konkrete Ziele umgelegt bedeutet das etwa, die Kaiserschnittrate von 30 auf 25 Prozent zu senken, die Frühgeburtenrate bei acht Prozent zu stabilisieren, mehr als die Hälfte aller Sechsjährigen kariesfrei zu bekommen oder alle Elf- bis 15-Jährigen dazu zu bewegen, fünfmal pro Woche eine Stunde körperlich aktiv zu sein.

45 Prozent aller Wiener sollen ihre privaten Wege bis 2025 zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen und ein Viertel zu diesem Zeitpunkt in einem Unternehmen arbeiten, das betriebliche Gesundheitsförderung zur Verfügung stellt. Arbeitsunfälle sollen weiterhin in gleichbleibendem Maß reduziert werden.

“Ziele so gewählt, dass sie erreichbar sind”

“Wir haben unsere Ziele so gewählt, dass sie erreichbar sind – aber mit Anstrengung”, betonte Wehsely. Für jedes dieser Unterziele wurde eine Reihe von Maßnahmen festgelegt.

Um beispielsweise die Ernährung bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern, soll Ernährungskompetenz verstärkt in die Ausbildung von Kindergartenpädagogen einfließen und auf gesunde Verpflegung sowie Wasser statt Softdrinks in den Schulen und Kindergärten geachtet werden. Pädagogen sollen eine Weiterbildung in der Gesundheitsförderung erhalten – und auch die Eltern sollen über gesunde Ernährung informiert werden.

Maßnahmen werden laufend kontrolliert

Die Maßnahmen werden laufend auf ihre Wirksamkeit kontrolliert: “Ich bin kein Fan von Plakaten, sondern von konkreten Änderungen der Lebensrealität der Menschen”, betonte Wehsely. Die Gesundheitsziele wurden im zuständigen Ausschuss bereits mit den Stimmen der rot-grünen Regierung sowie der Wiener ÖVP angenommen, im Juli muss nun noch der Gemeinderat seinen Sanktus geben – dann wird mit der Umsetzung begonnen.

Kritik kam dagegen von der Wiener FPÖ, die dazu eigens ebenfalls eine Pressekonferenz angesetzt hatte. Wehselys Ziele seien “nett aber unrealistisch”, betonten Gesundheitssprecher Peter Frigo und der nicht amtsführende Stadtrat David Lasar.

(APA/Red)

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