Stadt Wien baut Gewaltprävention bei Jugendlichen aus

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Die Stadt Wien verstärkt ihre Maßnahmen im Bereich der Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei soll verstärkt werden, künftig soll jedes Jugendzentrum in Wien einen speziellen Polizeibeamten als Ansprechpartner haben.

Das kündigte Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (S) am Dienstag in einer Pressekonferenz an. Außerdem startet im Mai 2010 am Institut für Freizeitpädagogik, das von der städtischen Info- und Beratungsstelle “wienxtra” betrieben wird, ein neuer Lehrgang zu diesem Thema. Dieser richtet sich an die Mitarbeiter der außerschulischen Kinder- und Jugendbetreuung, hieß es.

Was die Einbindung der Polizei betrifft, soll künftig jedes Jugendzentrum in Wien einen speziellen Exekutivbeamten als Ansprechpartner haben. Die Ursachen für Kinder- und Jugendgewalt seien mannigfaltig und könnten von sozialem Neid über schlechte Erziehung bis hin zu Langeweile reichen, sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl. Dies erfordere eine übergreifende Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen.

Die Polizei setze beim Thema Prävention auch eigene Initiativen – etwa bei Pyrotechnik, medialer Gewalt, Aufklärungsarbeit bezüglich Jugendschutzgesetz und Zivilcourage oder im Bereich des “Happy Slapping”, bei dem Gewaltszenen mit dem Handy gefilmt und weiter versendet werden. Neben eigenen Präventionsbeamten gibt es laut Pürstl seit Oktober 2008 zudem rund 20 Polizisten, die nach begangenen Straftaten Aufklärungsarbeit zu leisten. Diese Truppe führt Sonderstreifen durch und konzentriert sich auf die Ermittlungsarbeit in diesem Bereich. Diese Aktivitäten hätten zum “deutlichen Rückgang” der Gewaltdelikte, die zwischen Jänner und Oktober 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festzustellen seien, beigetragen, so der Polizeipräsident.

Auch die Stadt verfüge bereits jetzt über ein breites Angebot, das helfen soll, Gewaltsituationen unter jungen Menschen zu vermeiden, betonte Oxonitsch. Neben zum Teil seit Jahren laufenden Projekten, die angefangen vom Kindergarten bis hin zu AHS-Einrichtungen unterschiedliche Altersstufen umfassen, sei mit der kürzlichen Einführung von Schulsozialarbeitern eine wichtige Lücke zwischen Schule und offener Sozialarbeit geschlossen worden, zeigte sich der Stadtrat überzeugt. Insgesamt zwölf derartige Experten sind derzeit – neben 200 Beratungslehrern und sogenannten Psychagogen – vor allem in den Außenbezirken der Bundeshauptstadt unterwegs, um Probleme zu lösen. Ihre Anzahl soll bis zum nächsten Halbjahr auf 20 bis 30 aufgestockt werden.

“Eine gute Sache” nannte die Schulsprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem, die Maßnahmen von Stadtrat Oxonitsch. Jerusalem forderte gleichzeitig aber einen Notruf für Jugendliche und deren Eltern, denn es gebe “viele Vorfälle in Schulen und auf dem Schulweg, die nicht registriert werden, aber dazu führen, dass Kinder Angst haben”.

Als Beispiel führte Jerusalem jüngste Vorfälle vor der Polytechnischen Schule Handelskai sowie in und vor der HAK Hetzendorf an. In beiden Fällen seien Jugendliche massiv bedroht worden und hätten von keiner Seite Schutz erhalten.

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