Sportwagen mit Allradantrieb: Reduzierte Haftungsbeschränkung

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Auch Sportwagen setzen auf Allradantrieb.
Auch Sportwagen setzen auf Allradantrieb. - © Jaguar
Ein unter Auto-Enthusiasten beliebtes Diskussions-Thema ist die Frage, ob Heck- oder Frontantrieb die bessere Wahl ist. Vor allem, wenn es um Sportwagen geht. Fakt ist, dass auch in diesem Segment zunehmend auf die Vorteile von Allradantrieb gesetzt wird, um saftige Leistung im Sinne von Traktionssicherheit verdaulich(er) zu machen, um nicht gar zu zähmen.

Möglich machen das moderne Systeme, die mittels Elektronik Antriebskraft variabel und bedarfsgerecht einzelnen Rädern zuteilen. Damit kann zwar die durch die Physik gesetzten Grenzen auch nicht außer Kraft gesetzt werden, doch kann der persönliche Grenzbereich intensiver ausgelotet werden. Allerdings geht der Haftungs- und Stabilitätsgewinn einher mit einem gewissen Gewichtszuschlag.Traditionell dem Heckantrieb verschrieben hat sich Jaguar, erst recht mit seinem jüngsten Sportwagen-Modell, dem F-Type. Ob offen, als Convertible, oder geschlossen, als Coupé umfasst die Motorisierungs-Palette der E-Type-Erben die Leistungsabstufungen 340 und 380 PS aus einem 3,0-V6-Kompressor sowie 550 PS aus einem 5,0-l-V8-Kompressor. Seit heuer sind die 380- und 550-PS-Kandidaten auch mit einem Allradantriebssystem orderbar.

Der Technik des Frontantriebs verschrieben hat sich hingegen Audi, sei es in der vier- bis fünf-, sei es in der zweisitzigen Klasse. Auch der neue TT, Coupé wie Roadster, wird grundsätzlich an der Vorderachse angetrieben. So ist es in den Einstiegsversionen, sowohl Benziner als auch Diesel. Ersterer kann auf Wunsch mit dem Allradantriebssystem „Quattro“ kombiniert werden. In den S-, den Sportmodellen, des TT ist 4×4 Serie.

Jene Marke in der VW-Gruppe, deren Sportler stets vom Heck her angetrieben werden ist Porsche. Doch auch die Zuffenhausener bieten Allradantrieb an, in der 911er-Baureihe. In der Typenbezeichnung weist jeweils der Zusatz „4“ darauf hin, wie zum Beispiel im 911 Carrera 4 GTS, Coupé und Cabriolet.

In Nissans Top-Sportler, dem GT-R Nismo, ist das Allradsystem wie bei allen anderen variabel. Der Schwerpunkt des Antriebs liegt jedoch auf der Hinterachse, den Vorderräder wird je nach Bedarf Antriebsschub – elektronisch – zugeteilt, bis zu einem Verhältnis von 50 zu 50 Prozent.

Strom liefert frontalen Zusatz-Schub

Ein teilelektrisiertes Argument im Segment der Sportler hat BMW im Vorjahr geliefert, in Gestalt des Plug-In-Hybrid-Flachmanns i8. Sein Antriebssystem besteht aus einem dreizlyindrigen 1,5-Liter-Twinturbo-Benziner mit 231 PS an der Hinterachse und einem Elektromotor mit 131 PS an der Vorderachse. Damit ist der Bayer im reinen Elektro-Modus frontgetrieben und kann laut Werksangabe bis zu 65 Kilometer weit kommen. Im Benzinbetrieb ist er – à la BMW – heckgetrieben. Im Kooperationsmodus zwischen Elektriker und Verbrenner ergibt sich automatisch Allradantrieb, und damit ist eine Top-Speed von 250 km/h möglich. Der Stabilität – und der Fahr-Agilität – entgegen kommt die Positionierung der Lithium-Ionen-Akku-Einheit: Sie sitzt schwerpunkt-senkend im Fahrzeugboden.

(KECKEIS)

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