SPÖ und ÖVP sind im Wahlkampf-Modus: Der Ton wird rauer

Obligatorisches Hick-Hack vor der Wahl im April.
Obligatorisches Hick-Hack vor der Wahl im April. - © APA/Sujet
Man merkt, dass es langsam ernst wird: Kaum sind die Kandidaten für die Bundespräsidenten-Wahl gekürt, befinden sich SPÖ und ÖVP schon im Wahlkampf-Modus. Der Ton zwischen den beiden Großparteien wird nämlich deutlich rauer.

Nachdem ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner die rote Regierungsrochade am Freitag als “Ringelspiel” bezeichnete, schlug SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid in einer Aussendung zurück:

“Mitterlehner ist jetzt offenbar erster Küchengehilfe in (Reinhold, Anm.) Lopatkas Giftküche.”

“Pleiten, Pech und Pannen der ÖVP”

Mitterlehner Äußerungen über Regierungskollegen seien “völlig unangebracht”, der Vizekanzler lehne sich da weit aus dem Fenster. “Nach den Pleiten, Pech und Pannen rund um die Doch-nicht-Kandidatur von (Erwin, Anm.) Pröll und dem Chaos in der ÖVP beim Thema Flüchtlinge liegen offensichtlich die Nerven blank”, so Schmid.

SPÖ ätzt zurück

“Während die SPÖ-Gremien heute Rudi Hundstorfer einstimmig und mit Standing Ovations zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert haben, bleibt bei ÖVP-Kandidat Khol der fahle Beigeschmack der zweiten Wahl”, ätzte der rote Parteimanager weiter.

Opposition bekritelt Hundstorfer

Die Oppositionsparteien FPÖ und NEOS lassen kein gutes Haar an dem am Freitag von der SPÖ offiziell gekürten Bundespräsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer. Für die FPÖ besteht Hundstorfers Karriere nur aus “negativen Glanzpunkten”, für die NEOS ist seine Stärke die “Reformverweigerung”. Die Grünen hingegen äußern sich wie schon bei der Kür von ÖVP-Kandidaten Andreas Khol erst gar nicht.Wien. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erklärte, dass Hundstorfers “Leistungsbilanz nur für Realitätsverweigerer ein Empfehlungsschreiben für die Hofburg” sei. Und: Die durch Hundstorfers Nominierung ausgelöste Umbildung in der roten Regierungsmannschaft sei ein “rein innergewerkschaftlicher Kuhhandel”.

“Gigantische Baustellen hinterlassen”

Wen die FPÖ ins Rennen um die Hofburg schickt, ist noch nicht bekannt. Dieser werde aber “einen unmissverständlichen Gegenpol” bilden, kündigte Kickl in der Aussendung am Freitag an.

Die NEOS sehen den bisherigen Sozialminister “als Verweigerer von dringend notwendigen Reformen im Pensionssystem und am Arbeitsmarkt”. Er hinterlasse “gigantische Baustellen”, verweist Sozialsprecher Gerald Loacker unter anderem auf die Rekordarbeitslosigkeit.

>> Lesen Sie mehr rund um die Hofburg-Wahl 2016.

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