SPÖ- und ÖVP-Klubobmann zur Stimmung in der Koalition

Die Klubobmänner von SPÖ und ÖVP zur derzeitigen Stimmung in der Koalition
Die Klubobmänner von SPÖ und ÖVP zur derzeitigen Stimmung in der Koalition - © APA
Während ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka die Regierung in den “Mühen der Ebene angelangt” sieht, bemängelt SPÖ-Klubchef Andreas Schieder die Ernsthaftigkeit und Vertrauensbasis.

Im Zuge der ATV-Polit-Talksendung “Klartext”, die am Montag, den 28. November um 23:25 auf dem Privatsender unter dem Titel “Koalition in der Krise” ausgestrahlt wird, kamen die Politiker im Gespräch mit Moderator Martin Thür zu Wort. Von Neuwahlen wollen beide nichts wissen.

Klubobmänner der SPÖ-ÖVP-Koalition im Interview

Nüchtern und desillusioniert beurteilen die Klubobleute von SPÖ und ÖVP die Stimmung in der Koalition. Gegenseitige Attacken und Reibereien rund um den Ministerrat, das Scheitern der Verhandlungen bei der Reform der Mindestsicherung, “Old Deal”-Junktimierungen bei der Pensionserhöhung und dem Nachlass von Sozialversicherungsbeiträgen der Bauern, der Konflikt um das Fremdenrechts- und Integrationspaket – SPÖ und ÖVP geben derzeit ein Bild der Zerstrittenheit ab. “Wir sind jetzt wieder bei den Mühen der Ebene angelangt, und der Unterschied zu Faymann ist vielleicht der, dass die Obmann-Debatte in der SPÖ noch nicht eingesetzt hat”, beschreibt ÖVP-Klubchef Lopatka den Zustand des Regierungsbündnisses.

Lob für Verteidigungsminister Doskozil

Am Abbruch der Mindestsicherungsverhandlungen sei Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) Schuld. Er “war nicht im Stande”, eine Einigung zu erzielen. “Da kann man weder Kern noch Mitterlehner verantwortlich machen”, so Lopatka im Gespräch mit “Klartext”-Moderator Martin Thür. Lob gibt es für Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Dieser sei “an der Sache interessiert” und bringe auch die “notwendige Kompetenz” mit. “Die hat bei seinem Vorgänger zur Gänze gefehlt.” Kritik übt Lopatka an den SPÖ-Angriffen gegen Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP). “Den wollen sie ständig sekkieren, weil sie sich fürchten, weil er eine herausragende politische Persönlichkeit ist.”

Schieder: “Vertrauensbasis war zu Beginn besser”

“Die Vertrauensbasis war zu Beginn besser als es jetzt ist”, meint wiederum Schieder bei ATV-“Klartext” in Richtung Lopatka. “Nicht alle Beteiligten haben verstanden, dass es ernst ist und notwendig ist, den rauen Ton herauszunehmen.” Ein weiteres Problem: “Es ist unklar, wer ist der Chef unseres Koalitionspartners.” Und in Teilen der ÖVP – Schieder nennt etwa Außenminister Kurz – gebe es offenbar den “Wunsch nach einer Vorverlegung” der Nationalratswahl. Davon hält der SPÖ-Klubchef aber wenig. “Man kann auch streiten, aber es gilt: Durcharbeiten bis 2018 ist sicherlich das beste für Österreich.” Ähnlich Lopatka: Noch seien viele Punkte des Regierungsprogramms nicht abgearbeitet. “Damit sind wir 2017 auch sicher noch nicht fertig. Verträge sind einzuhalten.”

Damit das Klima in der Koalition wieder besser wird, haben Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ihre Minister und Staatssekretäre übrigens zum gemeinsamen Heurigenbesuch eingeladen. Kommenden Freitag geht es zum Heurigen Zahel am Maurer Hauptplatz in Wien-Liesing.

(APA/Red.)

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