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Spiel, Satz, Sieg: Häupl

Der Wiener SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl hat seine politischen Muskeln spielen lassen.
Der Wiener SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl hat seine politischen Muskeln spielen lassen. ©APA/Georg Hochmuth
Gastkommentar von Johannes Huber. Seine Widersacher haben gegen den Wiener Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzenden verloren. Und zwar glatt.

Im Nachhinein war die Aufführung, die der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzende vor einer Woche auf der Klausurtagung seiner Gemeinderatsfraktion geboten hat, quasi nur das Vorspiel: Indem er die Genossen auf eine Auseinandersetzung gegen die Freiheitlichen eingeschworen hat, hat er seine Widersacher in der Partei wirkungslos gemacht. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass eine solche Linie noch immer besser ankommt als ihre Annäherungsversuche an Heinz-Christian Strache und Co.

Endgültig besiegt hat Häupl sie jedoch erst am vergangenen Mittwoch: Vereint hatten sie ihn da im Büro ihres Hoffnungsträgeres, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, getroffen, um eine Entscheidung herbeizuführen. Für Häupl mag es sich so gesehen um ein Auswärtsspiel gehandelt haben; die Punkte hat trotzdem nur er mit nach Hause genommen: Erstens, er bleibt Bürgermeister. Zweitens, er ist auch weiterhin SPÖ-Vorsitzender. Und drittens, daran wird sich bis zur Nationalratswahl nichts ändern.

Michael Ludwig ist bei alledem der große Verlierer: Wie lange wartet er nicht schon darauf, Häupl beerben zu können? Schon vor acht Jahren, als er Vizebürgermeister wurde, galt er als Kandidat. Bisher konnte er sich geehrt fühlen, alle Ambitionen aber von sich weisen. Das ist jetzt anders: Er selbst hat sich in Stellung gebracht. Doch weil er die Sache nicht durchgezogen hat, wird’s gefährlich für ihn.

Wenn er eine Ahnung davon bekommen möchte, muss er sich nicht einmal umhören. Es genügt schon, wenn er sich anschaut, was Funktionäre auf Facebook und Twitter so von sich geben. Das würde ihm zeigen, wie viel Widerstand es gegen ihn und eine Annäherung zu den Freiheitlichen gibt. Und auch wenn es armselig sein mag, dass sich die Parteilager darauf reduzieren lassen; es ist nun einmal so. Darüber beschweren kann man sich beim Salzamt. Es geht jedoch noch weiter: Allein diese eine Haltungsfrage kann zu einer Parteispaltung führen.

Umso bemerkenswerter ist, dass Michael Ludwig nicht darauf reagiert hat: Er hätte ein vertrauensbildendes Zeichen setzen und auf seine Gegner zugehen können. Oder er hätte ein ganz anderes Thema aufreißen können, das zeigt, dass er der richtige Chef wäre. Doch nichts dergleichen hat er getan. Und weil er es verschwitzt hat, ist es möglicherweise auch schon zu spät führ ihn; seine Gegner schlafen nicht, sie können sich formieren und eher nur noch stärker werden.

Vielleicht hat Häupl all das auch genauso geplant. Jedenfalls aber hat auch er Zeit gewonnen: Der 67-Jährige kann ab sofort das tun, was er seit seinem Amtsantritt vor bald einem Vierteljahrhundert verabsäumt hat: einen Nachfolger aufbauen, mit dem möglichst alle SPÖ-Flügel leben können –  und dann aber wirklich in Pension gehen.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik.

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