Spannender Dreikampf in deutscher Liga gegen Relegation

Liga-Urgestein HSV absolvierte ein Mini-Trainingslager
Liga-Urgestein HSV absolvierte ein Mini-Trainingslager - © APA (dpa)
In der letzten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) steht vor allem der Kampf gegen die Relegation im Mittelpunkt. Derzeit droht dem Hamburger SV bereits zum dritten Mal in der Club-Geschichte ein Duell mit dem Zweitliga-Dritten um die Zugehörigkeit zum Oberhaus in der kommenden Saison. Doch mit einem Heimsieg über Wolfsburg kann die Abstiegsgefahr gebannt werden.

Den Gästen, die zwei Punkte vor dem HSV rangieren, genügt dagegen schon ein Punkt in der Hansestadt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Auch der FC Augsburg, der als Tabellen-14. wie Wolfsburg bei 37 Punkten hält, aber die um einen Treffer bessere Tordifferenz aufweist, benötigt beim Gastspiel in Hoffenheim noch einen Zähler, um ganz sicher auch in der kommenden Saison im Oberhaus zu spielen.

Die involvierten Trainer versuchten im Vorfeld des Saisonfinales mit allen Mitteln, die Lage schönzureden. So weigerte sich HSV-Trainer Markus Gisdol, nur im entferntesten an das Schreckensszenario zu denken. “Negative Gedanken sind nur Energiefresser”, betonte der Coach von ÖFB-Legionär Michael Gregoritsch. Auch sein Augsburger Kollege Manuel Baum, der mit Martin Hinteregger, Georg Teigl und Kevin Danso gleich drei Österreicher im Kader hat, und der niederländische Wolfsburg-Trainer Andries Jonker gaben sich vor dem Showdown alle Mühe, die drohenden Duelle mit dem Zweitliga-Dritten am 25. und 29. Mai komplett auszublenden.

“Es ist ein schönes Spiel, aber natürlich eins mit großer Bedeutung”, sagte Jonker betont lässig, obwohl gerade das Match im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion zentrale Bedeutung hat. Für die Gastgeber aus Hamburg geht es dabei um die Fortsetzung einer stolzen Serie, gelten sie doch als “Dino” der Bundesliga, in der sie als einziger Club seit der ersten Saison 1963/64 stets vertreten waren. 53 Jahre und 268 Tage wird die ewige Bundesliga-Uhr in der Nordwest-Ecke der HSV-Arena am Samstag anzeigen.

Gisdol und sein Team wollen dafür sorgen, dass sie weiterhin tickt. Seinen Spielern biete sich nun nach einem desaströsen Start mit vier Punkten aus den ersten zwölf Partien eine einmalige Gelegenheit. “Wir haben eine wahnsinnig lange Aufholjagd hinter uns, hatten immer was zu verlieren. Nun haben wir erstmals etwas zu gewinnen, die Position wird sich nicht verschlechtern”, stellte Gisdol klar, der seine Mannschaft noch in ein Kurztrainingslager im 90 Kilometer von der Hansestadt entfernten Rotenburg/Wümme zusammenzog.

Auch in Wolfsburg beschäftigen sich die Verantwortlichen nicht mit einer möglichen Verlängerung der Saison. “Es geht nur um das Spiel in Hamburg. Vom ersten Tag an ist es hier für mich nur von Spiel zu Spiel gegangen”, sagte Jonker und meinte mit Blick auf das Saisonfinale: “Das sind die Tage im Leben, die man nicht vergisst. Das sind die schönsten Tage, wenn man sie erfolgreich bestreitet.”

Baum sprach indes von einem “guten Gefühl”, räumte aber gleichzeitig ein: “Hoffenheim ist ein dickes Brett!” Denn für den Tabellenvierten geht es zu Hause im Fernduell mit den punktegleichen Dortmundern, die Werder Bremen empfangen, noch um die direkte Champions-League-Qualifikation. Aktuell hat Hoffenheim noch aufgrund der um vier Treffer schlechteren Tordifferenz im Kampf um Platz drei das Nachsehen gegenüber dem BVB.

Deshalb wird das nächste Angriffsfeuerwerk der Gastgeber, die zuletzt in Bremen nach 50 Minuten 5:0 führten und am Ende 5:3 siegten, erwartet. Und bei einer klaren Niederlage gegen die bisher drittbeste Offensive der Liga könnten am Ende die Augsburger als 16. der Dumme sein, sofern der HSV einen knappen Heimsieg gegen Wolfsburg feiern sollte.

Der vom Wiener Erfolgscoach Peter Stöger betreute 1. FC Köln peilt dagegen mit einem Heimsieg über Mainz die erste Europacup-Teilnahme seit 25 Jahren an. Dafür würde im Falle eines Erfolges von Dortmund im DFB-Pokal-Finale am 27. Mai in Berlin gegen Eintracht Frankfurt schon Rang sieben – die aktuelle Platzierung der Kölner – genügen. Im besten Fall könnten die “Geißböcke” aber sogar noch Fünfter werden.

Sensations-Neuling RB Leipzig steht zwar schon als Vizemeister hinter dem FC Bayern fest, trotzdem wird das Team des Steirers Ralph Hasenhüttl im abschließenden Spiel beim Cup-Finalisten in Frankfurt noch einmal alles geben, um zwei weitere Aufsteiger-Rekorde zu brechen. Denn mit einem vollen Erfolg würde Leipzig mit 69 Punkten die bisherige Bestmarke von Kaiserslautern (68 Zähler in der Meistersaison 1997/98) sowie mit 21 Saisonsiegen den Rekord der Bayern (20 Siege in der Saison 1965/66) übertreffen.

(APA/dpa)

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