Spanien nach 1:0 über Deutschland erstmals im Finale

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Spanien nach 1:0 über Deutschland erstmals im Finale
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Das Finale der Fußball-WM 2010 in Südafrika lautet Niederlande gegen Europameister Spanien. Die Iberer setzten sich am Mittwochabend im zweiten Halbfinale in Durban gegen Deutschland 1:0 (0:0) durch.

Das hochverdiente Goldtor für das Team von Erfolgscoach Vicente Del Bosque, die bereits vor zwei Jahren im EM-Finale in Wien gegen die Deutschen mit 1:0 gesiegt hatten, besorgte Carles Puyol in der 73. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball von Xavi.

Für die Spanier ist der Einzug ins Finale am Sonntag in Johannesburg der mit Abstand größte WM-Erfolg, da sie es zuvor bisher erst ein einziges Mal beim vierten Platz 1950 in Brasilien unter die letzten Vier einer Endrunde geschafft hatten. Die Niederländer hatten bereits am Dienstagabend einen 3:2-(1:1)-Erfolg über Uruguay gefeiert und stehen nach 1974 in Deutschland und 1978 in Argentinien bereits zum dritten Mal in einem WM-Endspiel, warten aber wie die Iberer noch auf ihren ersten Weltmeistertitel. Deutschland muss wie schon vor vier Jahren bei der Heim-WM mit dem Spiel um Platz drei am Samstag (20.30) in Port Elizabeth gegen Uruguay vorlieb nehmen.

Die Spanier dominierten die Partie vor 60.960 Zuschauern im ausverkauften Moses-Mabhida-Stadion von Beginn weg mit ihrem “tiqui taca” genannten Kurzpassspiel, kamen aber trotz klarer Feldüberlegenheit gegen die ungewohnt tiefstehende, ein wenig ängstlich wirkende DFB-Elf in Hälfte eins nur zu zwei Großchancen: Nach Lochpass von Pedro scheiterte Solo-Spitze David Villa nur am linken Bein von Deutschlands Schlussmann Manuel Neuer (6.), und nach Iniesta-Flanke schoss ein wuchtiger Kopfball vom völlig freistehenden Puyol vom Fünfer über die Latte (14.). Der einzige deutsche Torschuss vor der Pause ging auf das Konto von Piotr Trochowski, dessen Versuch aus rund 25 Metern Tormann Iker Casillas in den Corner lenkte (32.).

Auch nach dem Wechsel gab der Europameister weiter den Takt vor und probierte es vermehrt aus der Distanz. Xabi Alonso (48., 50./jeweils vorbei) leitete diesen Trend ein, der dann in Minute 58 beinahe die Führung gebracht hätte: Einen Pedro-Schuss wehrte Neuer nur kurz ab, den anschließenden “Querschläger” von Andres Iniesta verpasste Villa im Rutschen knapp, und erst nach einem weiteren Fernversuch von Pedro (59./vorbei) hatten die Deutschen diese brenzlige Situation überstanden. Auf der Gegenseite musste sich Casillas lediglich bei einem Schuss des eingewechselten Toni Kroos nach Podolski-Flanke auszeichnen (69.).

Erst in Minute 73 wurden die spanischen Offensivbemühungen verdientermaßen belohnt: Nach einem Xavi-Corner ließ Puyol mit seinem wuchtigen Kopfball vom Elfer DFB-Goalie Neuer keine Chance. Danach waren die Deutschen zum Reagieren gezwungen, agierten aber vorwiegend mit hohen Bällen und viel zu ideenlos – kein Wunder, dass die Auswahl von Joachim Löw zu keiner einzigen Ausgleichsmöglichkeit kam. Die Spanier ließen dagegen eine tolle Möglichkeit zur Vorentscheidung aus, als Pedro im Konter zu eigensinnig agierte und nicht zum eingewechselten Liverpool-Stürmer Fernando Torres passte (83.).

Offizielle FIFA-Statistik zum Fußball-WM-Halbfinale zwischen
Deutschland – Spanien in Durban:

 DEUTSCHLAND – SPANIEN (0:1):
 Torschüsse:  2 bzw. 5
 Schüsse:     5 bzw. 13
 Fouls:       9 bzw. 7
 Eckbälle:    6 bzw. 7
 Abseits:     2 bzw. 1
 Ballbesitz: 49 bzw. 51 (in Prozent)

 Zurückgelegte Distanz in Metern:
       111.724  bzw. 109.335

 Man of the match: Xavi (ESP)

 Offizielle Zuschauerzahl: 60.960

Fußball-WM 2010 in Südafrika – Zweites Halbfinale: Deutschland – Spanien Endstand 0:1 (0:0). Durban, Moses-Mabhida-Stadion, 62.660 Zuschauer (ausverkauft), SR Viktor Kassai (Ungarn).

 Tor: 0:1 (73.) Puyol

Deutschland: Neuer – Lahm, Friedrich, Mertesacker, J. Boateng (52.
Jansen) – Khedira (80. Gomez), Schweinsteiger – Trochowski (62.
Kroos), Özil, Podolski – Klose

   Spanien: Casillas – Ramos, Pique, Puyol, Capdevila – Busquets,
Xabi Alonso (93. Marchena) – Pedro (85. Silva), Xavi, Iniesta – Villa
(81. Torres)

 Gelbe Karten: keine
 Die Besten: Neuer, Schweinsteiger bzw. Xavi, Iniesta, Pedro

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