Späthistorisches Konzert von Wanda in der ausverkauften Wiener Stadthalle

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Wanda konnte erst nach einer Anlaufzeit begeistern.
Wanda konnte erst nach einer Anlaufzeit begeistern. - © apa
Die Wiener Band Wanda kündigte ihr Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle mit den Worten “Es wird historisch werden. Bussi, Amore und bis morgen Abend” an. Historisch wurde aber aber nicht, denn das musikalische Quintett konnte erst nach einer Anlaufphase doch noch begeistern.

Dass die Stimmung im Publikum dann am Freitag nicht gleich von Anfang an überschwappen wollte, lag nicht aber an der Band allein, denn zu Beginn rumpelte der Sound und Übersteuerung war infolge der Begleiter des Openers “Luzia”. Aber schon früh landete man “Bleib wo du warst” mit der eher pessimistischen Textzeile “Sterben wirst du leider in Wien” erste Zustimmung. In Summe bot die heimische Band der Stunde Rock der eher ganz alten Schule, der textlich dem Wiener Wesen in all seinen Klischees Tribut zollen wollte.

Wanda hielten auch einer ausverkauften Wiener Stadthalle stand

Dafür bot Marco Michael Wanda aka Michael Marco Fitzthum, Sänger der Band, seinen tausenden Zuhörern zudem aber ebenso ganz viele “Yeahs” zu Songs wie “Meine beiden Schwestern”, bei dem der Reim auf “Flaschen von gestern” lautet. Wie auch immer, Wanda sind derzeit weiterhin auf dem Höhenflug, haben Gold-und Platinauszeichnungen erreicht, was für heimische Acts nicht unbedingt der Standard ist. Jedoch scheint etwa der Song des Jahres 2015, ihr großer Hit “Bologna”, in seiner musikalischen wie inhaltlichen Rückwärtsgewandtheit fast wie das gegenwärtige “Fürstenfeld” der steirischen Gruppe STS zu sein. Im vergangenen Jahr wurden Wanda zwei Mal mit dem “Amadeus Austrian Music Award” ausgezeichnet, heuer ging es noch besser, konnten sie doch gleich drei Mal die Trophäe in Empfang nehmen.

Eine Rockshow der eher alten Schule, aber samt einem gewissen Augenzwinkern – braucht auch ein Gitarrensolo. Und es kam und es war lang. “Yeah!”. Es erinnerte diesmal an Led Zeppelin “Liebst du mich, wenn ich schwierig bin” schmachtete der Sänger danach eine Gretchenfrage. “Vielen Dank für die letzten zwei Jahre”, dankte Marco Michael Wanda anschließend, um dann mit dem ersten großen Hit “Bologna” und vielen “Yeahs” den “Wanda-Motor” gemeinsam mit dem Publikum endlich auf Hochtouren zu bringen. Wenn es schließlich um “Amore” ging, mündete die Stimmung nach rund 90 Minuten doch noch in die Euphorie. Es folgte ein “”Eins, zwei, drei, vier – es ist so schön bei dir” und noch mehr Jubel.

Nach der angebrachten Pause folgte ein technisch mediokres Cover des Beatles-Songs “A Hard Day’s Night” aus dem Jahre 1964, und das Ende nahte. Weiterfeiern im Geiste von Wanda war möglich: Nach dem einzigen Wien-Konzert der Band wurde zum Aftershow-Event ins Wiener Gürtellokal “The Loft” geladen, wobei man es offen ließ, ob nicht auch das ein oder andere Wanda-Mitglied vorbeischauen würde. Falls nicht, wartet für seetaugliche Fans ja noch die “Bussi Kreuzfahrt” – natürlich mit Ziel Bologna – als Chance ihren Idolen näher zu kommen.

(apa/red)

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