Später Prozess wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels in Wien

Später Prozess wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels
Später Prozess wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels - © APA
Weil sie zwischen Dezember 1997 und März 1998 zumindest acht junge Landsfrauen nach Wien schleuste, wo diese der Prostitution nachgingen, ist am Montag eine mittlerweile 50 Jahre alte Slowakin im Straflandesgericht vor Gericht gestanden.

“Ich war naiv”, erinnerte sich die geständige Angeklagte an längst vergangene Zeiten. Die Frau wurde über 18 Jahre nach ihren strafbaren Handlungen wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels zu einer Geldstrafe von 9.360 Euro (720 Tagessätze zu je 13 Euro) oder einer einjährigen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Martin Breunig erbat Bedenkzeit.

Als Tänzerin nach Österreich

Die Angeklagte war im inkriminierten Zeitraum mit einem Zuhälter liiert, der unter anderem ein Etablissement am Mariahilfer Gürtel mit Mädchen “versorgte”. Sie selbst sei als Tänzerin nach Österreich gekommen, erzählte die Frau einem Schöffensenat (Vorsitz: Anna Morak). Auf Ersuchen ihres Partners schaltete sie in ihrer Heimat Inserate, wo sie Interessentinnen gutes Geld für “erotische Arbeiten” in Wien in Aussicht gestellt hätte, gab die 50-Jährige zu Protokoll.

Später Prozess in Wien

“Sie haben es freiwillig gemacht”, beteuerte sie. Für sie selbst sei das Ganze die Möglichkeit gewesen, von der Prostitution wegzukommen: “Ich habe als Kellnerin weitergearbeitet.”

Dass die geschleusten Slowakinnen kein bzw. kaum ein Geld für ihre Dienste sahen – sie wurden vom Zuhälter und dessen Helfern an der kurzen Leine gehalten -, habe sie nicht für möglich gehalten. Sie habe damit nichts zu tun gehabt, versicherte die Angeklagte, die nach Einbringen des Strafantrags untergetaucht und für die Justiz geraume Zeit nicht greifbar war.

(APA)

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