Sonderbriefmarke für Jane Fonda

Sonderbriefmarke für Jane Fonda
Jane Fonda bei der Viennale: „Träume hin und wieder, dass ich George W. Bush in einem Barbecue-Lokal begegne“ – Die Österreichische Post widmet ihr nun eine Sonderbriefmarke.

Die US-Schauspielerin Jane Fonda (69) hegt die Hoffnung, dass die USA irgendwann wieder jenes Land werden, zu dem man gerne aufschaut. „Aber ich befürchte, es wird lange Zeit dauern, bis die Wunden verheilt sind“, sagte sie am Samstag in Wien, wo sie sich anlässlich des ihr gewidmeten Tributes bei der Viennale aufhielt. Das Festival wurde gestern (Freitag) Abend mit Fondas Klassiker „Klute“ aus dem Jahr 1971 eröffnet. Für heute Abend ist eine Gala mit ihrem Vietnam-Film „Coming Home“ (1978) angesagt.

Fonda bemerkte, wie relevant „Coming Home“ heute noch ist. Die Wandlung von der patriotischen Offiziersgattin zur entschlossenen Kriegsgegnerin, die ihr auch einen Oscar einbrachte, hatte durchaus eine Parallele in ihrem richtigen Leben: Als sie in den 70er Jahren als Anti-Kriegs-Aktivistin nach Nordvietnam fuhr und dort zur Beendigung des Krieges aufrief, wurde ihr oft vorgeworfen, „dass ich, die privilegierte Frau, die Tochter von Henry Fonda, mein Land betrogen habe“. Und noch heute würden „unpatriotische Kriegsgegner“ davor gewarnt, wie „Hanoi-Jane“ zu werden.

Es gebe auch heute eine starke Anti-Kriegs-Bewegung in den USA. Aber seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan hätten die Regierungen bessere Wege gefunden, die Meinung der Leute zu manipulieren. Gerade nach dem 11. September sei es schwierig geworden, gegen den Krieg zu sein. „Ich habe hin und wieder diese Vision, dass ich George W. Bush in einem Barbecue-Lokal in Texas begegne“, erzählte Fonda. In diesem Traum freunden sie sich an, und sie nimmt ihn mit nach Afrika. „Ich würde ihm gerne auf humane Weise die Ergebnisse seiner Politik zeigen. Wenn er das mit eigenen Augen sieht, würde er das ändern. Er ist doch ein Mensch, oder?“

Für ihr eigenes politisches Engagement war der Übergang von „Barbarella“ zu „Klute“ der Knackpunkt. „Ich habe mich damals wie neu geboren gefühlt“, erzählte sie. Den Film gestern wieder einmal auf der großen Leinwand gesehen zu haben, sei sehr berührend gewesen. „Es ist für mich eine gewaltige Ehre, hier bei der Viennale zu sein.“ Damals wollte sie den Regisseur Alan J. Pakula noch überreden, sie aus dem Vertrag aussteigen zu lassen. Faye Dunaway solle doch das Callgirl spielen. Heute sei „Klute“, für dessen Hauptrolle Fonda ihren ersten Oscar erhielt, einer ihrer Lieblingsfilme.

Im rund einstündigen Gespräch erzählte Fonda zahlreiche Anekdoten aus ihrer langen Karriere, vom Regisseur Hal Ashby („er war immer stoned“) bis zum höchst emotionalen Dreh von „On Golden Pond“ (1981) mit ihrem Vater Henry, mit dem sie sich zeitlebens schwer getan hatte. Auch wenn sich die Filmindustrie verändert habe, sei es auch heute noch möglich, politische Filme zu machen. „George Clooney ist ein gutes Beispiel“, verwies Fonda auf „Syriana“ oder „Good Night, And Good Luck“. „Es ist viel einfacher, ein subversiver Aktivist in Hollywood zu sein als ein Banker oder Politiker.“ Auf künstlerische Filme will sie sich heute dagegen eher nicht mehr einlassen: „Darum mag ich Cate Blanchett so gerne. Ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte, Bob Dylan zu spielen.“

Eine Überraschung gab es zum Schluss des Pressegesprächs auch noch: Die österreichische Post hat Jane Fonda aufgrund ihres Viennale-Tributes eine eigene Sonderbriefmarke gewidmet. Die Jane-Fonda-Briefmarke ist in einer limitierten Auflage von 3.000 Stück erhältlich. Fonda freute sich jedenfalls sehr und versprach, auch definitiv wieder nach Wien kommen zu wollen. „Ich weiß nicht, ob es der Opernball sein wird – aber ich will auf jeden Fall auf einen Ball gehen.“

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