Soll in Wien die City-Maut kommen?

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City-Maut gegen den Stau? / &copy APA
City-Maut gegen den Stau? / © APA
Autofahrer in der schwedischen Hauptstadt Stockholm müssen ab sofort Mautgebühren für Fahrten in der Innenstadt entrichten – ein bis zwei Euro Gebühr – ein Modell für Wien, um das Verkehrs- und Feinstaubproblem in den Griff zu bekommen?

Wiens Bürgermeister und SP-Chef Michael Häupl hat kurz vor der Wien-Wahl im Oktober bekräftigt, dass nicht an die Einführung einer City-Maut in Wien gedacht ist. Aller Dementis zum Trotz hatte Häupl zuvor gesagt, dass die Landes-SPÖ über die Einführung einer PKW-Maut oder von Roadpricing nachdenkt. Voraussetzung dafür sei aber, dass auf der anderen Seite die Steuern auf Treibstoff gesenkt werden. Die Opposition ortet schon seit längerer Zeit Pläne der SPÖ, wonach Autofahrer zur Kasse gebeten werden sollen.

Eine derartige Abgabe sei aber nicht vorgesehen, so Häupl vor der Wien-Wahl. Eine kilometerabhängige Pkw-Maut sei hingegen diskutierbar, allerdings nur bei gleichzeitiger Entlastung der Autofahrer, so der Wiener Bürgermeister.

Tägliche Zeitersparnis pro Pendler: 20 Minuten

In Wien sind an einem Werktag laut VCÖ rund 1,7 Millionen Autos unterwegs. Mit einem Mautring um Wien und rund um den Gürtel würden sich die Fahrtzeiten in der Stadt und auf den Zufahrten im Spitzenverkehr um rund 30 Prozent verringern, meinen die VCÖ-Experten. Mit einer City-Maut würde ein durchschnittlicher Pendler täglich 20 Minuten sparen. Eine Studie habe gezeigt, dass in Wien die jährlichen Staukosten rund 980 Millionen Euro betragen.

City-Maut in Stockholm

Am Dienstag um 6.30 Uhr wurden in Stockholm 162 Kameras an 18 Kontrollstationen in Betrieb genommen, die die Kennzeichen aller Autos registrieren. Künftig werden werktags bis 18.30 Gebühren zwischen umgerechnet einem und zwei Euro fällig. Autos mit ausländischen Kennzeichen sind von der Maut ausgenommen. Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte in der Nacht versucht, eine der Kontrollstationen zu zerstören.

Bevölkerung darf entscheiden

Die zunächst versuchsweise Einführung der Maut wird nach Umfragen von knapp zwei Dritteln der 750.000 Stockholmer abgelehnt. Mit der vorerst auf sieben Monate befristeten Regelung will die Stadtverwaltung die Straßen im Berufsverkehr entlasten. Am 17. September entscheiden die Stockholmer Bürger bei einem Referendum zugleich mit Kommunal- und Parlamentswahlen selbst, ob die City-Maut auf Dauer erhoben werden soll.

City-Maut in immer mehr Städten

Eine ähnliche Maut für die Fahrt in die Innenstadt gibt es seit geraumer Zeit in London. Dort sind umgerechnet acht Euro zu entrichten. Auch die norwegische Hauptstadt Oslo kassiert City-Maut.

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