Sohn attackierte Eltern mit Holzschemel: 31-Jähriger wurde in Anstalt eingewiesen

Eltern mit Holzschemel attackiert: In Anstalt eingewiesen
Eltern mit Holzschemel attackiert: In Anstalt eingewiesen - © LPD Wien
Ein 31-jähriger Mann wurde im Wiener Straflandesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, weil er seine Eltern mit einem Holzschemel spitalsreif geschlagen hatte.

Der psychisch Kranke gab sich in der Verhandlung am Montag, den 21. März lammfromm. Die Gerichtsgutachterin hatte ihre Untersuchung allerdings aus Sicherheitsgründen im Beisein von Security-Kräften durchgeführt.

Mann leidet an Schizophrenie

Wie die psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith ausführte, leidet der Mann seit seiner Jugend an einer ausgeprägten paranoiden Schizophrenie. Die Gutachterin bezeichnete ihn als “vollkommen unberechenbar” und erklärte, ohne entsprechende, im Maßnahmenvollzug gewährleistete Behandlung müsse jederzeit mit neuerlichen Straftaten mit schweren Folgen gerechnet werden.

Der Mann, der infolge seiner gesundheitlichen Probleme nie einer Beschäftigung nachging, hatte bis zuletzt bei seinen Eltern in einer 90-Quadratmeter-Wohnung in Hernals gelebt. Am 16. Dezember 2015 musste erstmals die Polizei einschreiten, nachdem der 31-Jährige seinen betagten Vater mit einem Hammer attackiert hatte. Da der 72-Jährige dabei nur leicht verletzt wurde und dieser keine belastenden Angaben gegen den Sohn machen wollte, fehlte es an einer sogenannten Anlasstat, die die Staatsanwaltschaft legitimiert hätte, gegen den 31-Jährigen strafrechtlich vorzugehen. Es wurde lediglich ein auf zwei Wochen befristetes Betretungsverbot erlassen.

Sohn attackierte Eltern

Bereits am 4. Jänner wurde die Polizei neuerlich in die Wohnung gerufen. Diesmal hatte der Sohn zu einem Holzschemel gegriffen und damit Vater und Mutter verprügelt, bis die Tatwaffe zerbrach. Die 70 Jahre alte Frau erlitt eine Rissquetschwunde, zudem wurde sie mit Verdacht auf eine Schädelprellung ins Spital gebracht. Der Vater kam – wie sich im Krankenhaus herausstellte – mit einer Beule und einer Schulterprellung glimpflicher davon.

Ihm sei “die Hand ausgerutscht”, erzählte der sichtlich unter Medikamenteneinfluss stehende 31-Jährige – nach dem zweiten Übergriff wurde er zwangsweise in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und einer medikamentösen Behandlung unterzogen – nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Martina Hahn). Er sei “ein bissl betrunken” gewesen: “Da ist man aggressiv. Ein paar Worte reichen.” Nachher “hab ich’s eh bereut”, bemerkte der 31-Jährige.

Prozess nach Attacke in Wien

Zum vorangegangen Hammer-Angriff gab er zu Protokoll, seine Eltern hätten ihn damals “aufgeregt”. Da sei er “kurz ausgezuckt”, räumte er ein: “In diesem Moment war ich, wie sagt man: nicht zurechnungsfähig. Ich habe deshalb unabsichtlich hingeschlagen.”

Obwohl sich speziell die Mutter im Zeugenstand für ihren Sohn stark machte (“Ich möchte, dass mein Sohn nach Hause kommt. Ich habe nicht mehr lange zu leben, mein Herz ist kaputt, es ist alles kaputt. Ich bin sicher, er wird das nie mehr machen. Er schätzt mich mehr als meine anderen Kinder”), gab der Senat dem Unterbringungsantrag der Staatsanwaltschaft Folge. Der laut Gutachten zurechnungsunfähige Mann wollte das vorerst nicht akzeptieren. Nach Rücksprache mit seinem Rechtsbeistand erbat er Bedenkzeit. Die Gerichtsentscheidung ist daher nicht rechtskräftig.

>> “Weil sie ihn genervt haben” attackierte ein 30-Jähriger seine Eltern

(APA)

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