So verhinderte der Held von St. Denis eine Katastrophe im Stade de France

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Zumindest einer der Paris-Attentäter versuchte, ins Stade de France zu gelangen, um dort eine Bombe zu zünden.
Zumindest einer der Paris-Attentäter versuchte, ins Stade de France zu gelangen, um dort eine Bombe zu zünden. - © AP Photo/Michel Euler
Salim Toorabally, jener Security, der einen der Paris-Attentäter vom 13. November 2015 am Zutritt ins Stade de France hinderte, spricht über seine Gedanken, als er den Verdächtigen erblickte.

Der Sicherheitsbeamte, der am 13. November bei den Anschlägen in Paris einen Terroristen vor dem Eingang des Stade de France zurückgedrängt hatte, hat diese Woche die französische Nationalmannschaft in ihrem Teamcamp in Clairefontaine besucht. “Sie sind mehr als ein Held”, sagte Teamspieler Blaise Matuidi bei einem von der Sportzeitung L’Équipe organisierten Treffen mit Salim Toorabally.

Toorabally hatte im November beim Testspiel Frankreichs gegen Deutschland vor dem EM-Finalstadion in St. Denis bei Paris bei Eingang L Tickets kontrolliert. Einer der mutmaßlichen Attentäter versuchte dort, 40 Minuten vor Spielbeginn ohne Eintrittskarte ins Stadion zu gelangen. Der Sicherheitsbeamte, ein 42-jähriger Einwanderer aus Mauritius, hinderte ihn daran.

Tooraballys Aufmerksamkeit verhinderte größere Katastrophe

Laut Toorabally beobachtete der mutmaßliche Terrorist danach für zehn Minuten die Leibesvisitationen, ehe er es bei einem anderen Eingang erneut versuchte. Der Sicherheitsmann warnte aber einen Kollegen. “Als diese Person sah, dass ich mit meinem Kollegen kommuniziere, tauchte sie in der Menge unter”, erzählte Toorabally der “L’Equipe” (Donnerstag-Ausgabe).

Auf die Frage, ob der Attentäter ohne seinen Hinweis auch durch die Leibesvisitation hätte gelangen können, antwortete Toorabally: “Das werde ich oft gefragt. Ich kann versichern, dass es 50:50 ist. Er hätte seine Weste öffnen können, damit der Ordner nur seinen Körper abtastet, hätte sie dann wieder zumachen und hineingehen können.” Der Sprengsatz dürfte sich in der Weste befunden haben.

Rückkehr ins Stade de France

Rund um das Stade de France waren am Abend des 13. November beim Testspiel Frankreichs gegen Deutschland insgesamt drei Bomben hochgegangen. Der vergangene Woche in Belgien festgenommene Terrorverdächtige Salah Abdeslam hatte bei seiner Vernehmung gegenüber belgischen Ermittlern angegeben, dass er ursprünglich mit einer davon ins Stadion gelangen wollte.

Am Dienstag bestreiten die Franzosen ihr erstes Heim-Länderspiel seit den Anschlägen. Der EM-Gastgeber empfängt Russland. Salim Toorabally wird erneut Dienst versehen. “Ich werde im Stade de France sein, aber vorerst nicht bei den Eingängen. Ich arbeite im Besprechungsraum”, erklärte der Sicherheitsbeamte. “Ich zögere, zu den Eingängen zurückzukehren. Das Trauma ist immer noch da.”

(APA, Red.)

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