Smart Grids – „denkende“ Stromnetze

Wird es bald intelligente Stromnetze geben?
Wird es bald intelligente Stromnetze geben? - © pixabay.com/blickpixel

Kann ein Stromnetz intelligent sein? Natürlich nicht, aber es kann intelligente Formen der Vernetzung geben. „Smart Grids“ heißt das Modell der Zukunft. Warum eigentlich?

Bisher dominieren Stromnetze mit zentraler Stromerzeugung. Große Unternehmen beliefern die Kunden mit Strom. Der Trend geht aber hin zu dezentralen Erzeugungsanlagen. Kunden werden zu Mitanbietern. Dies führt zu einer wesentlich komplexeren Struktur der Stromnetze.

Intelligente Stromnetze müssen das Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung, Netzmanagement und Verbrauch eben „intelligent“ lösen. Kraftwerke und Speicherwerke werden heute bereits so gesteuert, dass Stromangebot und Verbrauch übereinstimmen. Intelligente Stromnetze gehen einen Schritt weiter. Sie beziehen in diese Steuerung die Verbraucher sowie dezentrale kleine Energielieferanten und -speicherorte mit ein. Das hat auch Auswirkungen auf die Stromspeicherung. So können Elektroauto-Akkus zu kleinen Stromspeichern werden.

Smart Meter optimieren Stromverbrauch

Beim Verbrauch ist eine wesentliche Änderung der Einbau von  „Smart Meter“. Durch sie soll die Möglichkeit geschaffen werden, kurzfristig den Stromverbrauch zu optimieren. Die Stromversorgung in Europa verändert sich derzeit dramatisch. Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie und der unaufhaltsame Trend zu erneuerbaren Energien fordern auch neue Lösungen bei den Stromnetzen.

Das Stromnetz der Zukunft muss also in gewisser Art „denken“ lernen. Smart Grids unterstützen das Zusammenspiel von Energieangebot und Energienachfrage. Sie dienen aber auch der Integration der Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Smart Grids vernetzen Stromproduzenten stärker mit Stromkonsumenten und sollen Energieeinspeisungen aus erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz optimieren. Und: nicht zuletzt sollen sie einen effizienteren Betrieb von Kraftwerken ermöglichen. Damit liefern sie letztlich einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Text: Gerd Millmann

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen