/slash Filmfestival 2016: Die Highlights im Überblick

Von Christoph Stachowetz
Das Festival der Geheimtipps: Die Highlights am /slash FIlmfestival 2016
Das Festival der Geheimtipps: Die Highlights am /slash FIlmfestival 2016 - © Seoul Station /slash filmfestival
Alle Jahre wieder vermag das kleine, aber umso feinere /slash Filmfestival im Wiener Filmcasino mit Überraschungen zu begeistern. Auch Ausgabe sieben des Festivals bietet Schmankerl für Fans des fantasischen Films, die ersten Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

Angesichts der Fülle an Werken, die im Zeitraum vom 22.09. bis zum 02.10.2016 gezeigt werden, kann eine Übersicht über das Programm Gold wert sein. Vienna.at hat einen genaueren Blick auf die Filme geworfen und die (persönlichen) Highlights in den Fokus gerückt.

“Seoul Station” (23.09.)

Der Zombiefilm als Gesellschaftskritik: Ein altbekanntes Mittel seit den ersten Ablegern im Genre, auch bei “Seoul Station” verhält es sich dabei nicht viel anders. Angesichts der Vielzahl an Genre-Variationen stellt dies dann doch wieder einen Bonus ist, nicht ohne Grund konnte der Film auch in seinem Heimatland für Aufregung sorgen. Obdachlose im namensgebenden Bahnhof, taten- und ahnungslose Behörden angesichts einer drohenden Zombie-Epidemie und eine schlagkräftige Zivilbevölkerung tragen zu einem Zombiethriller der Extraklasse bei.

“Train To Busan” (23.09.)

Perfekte Programmgestaltung seitens der /slash-Betreiber: Gleich im Anschluss an die Zombie-Katastrophe in “Seoul Station” läuft das Spielfilmdebüt von Yeon Sang-ho, der auch für den Animationsfilm verantwortlich zeichnet. In “Train to Busan” ist ebenfalls der Name Programm: Ähnlich wie der Endzeit-Thriller “Snowpiercer” dreht sich alles um das Überleben in einem Zug, wenn auch gesellschaftliche Implikationen etwas subtiler herausgearbeitet werden. Der Zug fährt übrigens von Seoul nach Busan, Spannung ist – siehe die Beschreibung zu “Seoul Station” – vorprogrammiert.

“Sadako Vs. Kayako” (23.09.)

“The Grudge” gegen “The Ring” bzw. die bösen Mächte von “Ju-On” gegen jene von “Ringu”: Ein Kampf der japanischen Horrorfilmfranchises, versetzt mit Humor, wie ihn offenbar nur asiatische Filmmacher beherrsche. Ausgangspunkt ist die VHS-Kassette, welche bei “Ringu” den Betrachtern die Leiche von Sadako auf den Hals hetzt: Zwei Studentinnen werden nun zum Opfer, ihre Lösung folgt dem Prinzip “Feuer mit Feuer bekämpfen”.

“The Mermaid” (25.09.)

Man muss kein Fan des Multitalents Stephen Chow sein, um dessen Filme und auch sein Talent als Schauspieler schätzen zu können. International hat sich der für seine Mischung aus schrägem Humor, großartiger Action und ungewöhnlichen Erzählungen bekannte Chinese bereits mit feinen Werken wie “Shaolin Soccer”, “Kung Fu Hustle” und unlängst “Journey to the West: Conquering the Demons” einen Namen gemacht. Eine gleichermaßen absurde wie rasante Komödie stellt nun auch sein neuer Film “The Mermaid” dar, deren bloße Umschreibung hier wohl sämtliche Grenzen sprengen würde.

“The Handmaiden” (25.09.)

Brutal und elegant, dabei auch noch mit falschen Fährten und schwarzem Humor ausgestattet: In Sachen Psychothriller kann wohl kaum ein zeitgenössischer Filmemacher dem Südkoreaner Park Chan-wook etwas vormachen. Werke wie “Thirst”, “Stoker” und natürlich “Oldboy” werfen lange Schatten voraus, in die sich auch der SM-Erotikthriller “The Handmaiden” gerne einhüllen lässt. (Und: Der erste Teaser-Trailer ist einfach wahnsinnig gut)

“The Transfiguration” (27.09.)

Wenn der Film eines Debütanten schon bei seiner Aufführung in Cannes die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, scheinen die Zeichen sowohl für die zukünftige Karriere des Filmemacher als auch für das geneigte Publikum in Sachen Unterhaltung gut zu stehen. So geschehen Michael O’Sheas “The Transfiguration”, in dem die Geschichte eines jungen Afroamerikaners gezeigt wird, der als Vampir in urbaner Umgebung ein gleichermaßen tristes wie durchgeplantes Dasein fristet. Liebe setzt dem Ganze dann ein Ende, natürlich. Romeros “Martin” und Tomas Alfredsons “Let The Right One In” kommen Genrekennern dabei ins Gedächtnis, beide zählen auch zu dem favorisierten Werken des Regisseurs.

“I Am Not A Serial Killer” (27.09.)

Erste internationale Kritiken zu “I Am Not A Serial Killer” überschlagen sich mit Lobpreisungen, im Zuge des /slash Filmfestivals darf man sich sogar auf die Anwesenheit von Regisseur Billy O’Brien freuen. Ein von Serienmördern faszinierter Teenager, der von seinem Therapeuten als Soziopath bezeichnet wird und zudem noch in einem Bestattungsunternehmen aufwächst, dürfte es recht leicht haben, als Außenseiter zu gelten und auch als solcher aufzuwachsen. Mit dem Auftauchen von Leichen in der Heimatstadt werden auch schnell Rückschlüsse auf den Täter gezogen, aber: siehe Titel. Freuen darf man sich bei dem Thriller jedenfalls auch auf den längst überfälligen Einsatz von Christopher Lloyd, der neben Hauptdarsteller Max Records begeistern kann.

“The Master Cleanse” (29.09.)

Die Trennung von einem geliebten Menschen kann schwer zu verkraften sein, verständlich also, das die Selbsthilfe- und Selbstheilungsindustrie beständiges Wachstum erfährt. In “The Master Cleanse” gibt schon der Titel Aufschluss über die eingesetzten Mittel zur Selbstoptimierung: Eine per Wunderkur herbeigeführte Reinigung führt zu weniger wünschenswerten Ergebnissen, als der ausgeschiedene emotionale Ballast die Gestalt eines kleinen Monsters annimmt.

“The Girl With All The Gifts” (30.09.)

Pilzbefall, der zu die Menschheit zu unbändigen, Zombie-gleichen Kreaturen verkommen lässt: Was sich nach dem Plot des Videospiels “The Last Of Us” anhört, stellt zugleich die Romanverfilmung “The Girl With All The Gifts” dar. Natürlich sind die Parallelen oberflächlicher Natur, stellt doch der Fokus des Films einen anderen Aspekt in den Vordergrund, der im Sinne des Filmerlebnisses nicht unbedingt preisgegeben werden sollte.

“Yoga Hosers” (01.10.)

Man lernt nie aus: “Hosers” ist ein kanadischer Slang-Begriff, den es hierzulande mit “Hinterwäldler” zu übersetzen gilt. Der Begriff gibt wohl auch perfekt die Charaktersierung der Protagonisten von “Yoga Hosers” wieder: Johnny Depps Tochter Lily-Rose und jene von Regisseur Kevin Smith, Harley Quinn (ja, ernsthaft), nehmen die Hauptrollen im zweiten Teil der “True North”-Trilogie ein und müssen dabei gegen Bratwurst-Nazis kämpfen. Als Vorfilm darf man natürlich nicht “Tusk” vergessen, in dem beide berühmten Töchter schon ihren ersten (Mini-)Auftritt feiern konnten. Wirklich, wirklich schräger Nonsense der Marke Kevin Smith, von Kevin Smith, mit Kevin Smith.

slash-2016 -logo weiß

/slash – Festival des Fantastischen Films

22.September bis 2. Oktober 2016
Eröffnung im Gartenbaukino, danach Filmcasino
Ticketkauf vor Ort oder online

www.slashfilmfestival.com

(Red.)

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