Slalom-Queen Shiffrin in Marburg vor Holdener

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Shiffrin gibt weiter das Tempo vor
Shiffrin gibt weiter das Tempo vor - © APA (Archiv)
Mikaela Shiffrin hat eine standesgemäße Reaktion nach ihren Ausscheiden am vergangenen Dienstag in Zagreb gezeigt. Die US-Amerikanerin gewann am Sonntag den Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Damen in Marburg vor der Schweizerin Wendy Holdener, die in Zagreb ebenfalls ausgefallen war. Die ÖSV-Damen blieben der Podestlosigkeit im Slalom treu, als Beste fuhr Bernadette Schild auf Platz acht.

Die wieder einmal Halbzeit-Führende Shiffrin ließ sich bei stetigem Schneefall auch durch ein Missgeschick mit einer aus der Verankerung gerissenen Stange nicht aus der Konzentration bringen. Im zweiten Durchgang landete die Stange zunächst direkt zwischen ihren Skiern, danach fuhr die Amerikanerin scheinbar unbeeindruckt darüber. Für die 21-Jährige aus Colorado war es der insgesamt siebente Sieg in dieser Saison und bereits der 27. in ihrer Laufbahn, 24 davon fuhr sie in ihrer Lieblingsdisziplin Slalom heraus.

“Ich habe gesehen, dass sich viele Stangen gelöst haben, als ich den anderen Mädels zugeschaut habe, und ich habe gedacht, dass mir das wahrscheinlich auch passieren wird, und so war es dann auch”, sagte Shiffrin. “Die Stange ist auf meinen Skiern und meinen Skischuhen geblieben. Das hat mich ein bisschen abgelenkt, aber ich denke nicht, dass es mich viel Zeit gekostet hat.” Holdener fehlten am Ende allerdings nur 19 Hundertstel auf die Dominatorin der Szene – so nahe dran war die Schweizerin noch nie.

Dritte wurde die Schwedin Frida Hansdotter, die in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Disziplinenwertung erhalten hatte. Veronika Velez-Zuzulova, die in Zagreb triumphiert hatte, verzeichnete ihren ersten Ausfall seit dem Aspen-Slalom am 29. November 2015. Die Slowakin schied im ersten Durchgang mit bester erster Zwischenzeit aus. Für eine Überraschung sorgte Ilka Stuhec: Die slowenische Speed-Spezialistin punktete vor ihrem Heimpublikum als Zehnte erstmals überhaupt in einem Slalom.

Shiffrin liegt in der Gesamtwertung nun komfortable 305 Punkte vor der Titelverteidigerin Lara Gut aus der Schweiz, die in ihrem zweiten Weltcup-Slalom des Winters als 53. die Qualifikation für den zweiten Lauf verpasste. Im Slalom-Weltcup baute Shiffrin ihren Vorsprung auf Velez-Zuzulova auf 110 Punkte aus, nachdem er bereits auf magere zehn Zähler zusammengeschmolzen war. Shiffrin hat fünf von sechs Rennen in dieser Saison gewonnen.

Aus österreichischer Sicht präsentierte sich das Ergebnis herzeigbarer als am Samstag im Riesentorlauf, den Ricarda Haaser als ÖSV-Beste auf dem 23. Platz beendet hatte. Fünf Läuferinnen waren in der Entscheidung vertreten – so viele brachte keine andere Nation in den zweiten Durchgang. Und einmal mehr war es die Salzburgerin Schild, die am besten abschnitt.

Michaela Kirchgasser fuhr als Zwölfte ebenso in die Top 20 wie Katharina Truppe, die auf Platz 19 kam. Katharina Liensberger aus Vorarlberg erntete als 25. zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Laufbahn Weltcup-Punkte. Katharina Huber hatte im Finale bei einer ähnlichen Situation wie bei Shiffrin mit einer Stange Pech und schied aus, im ersten Durchgang erwischte es Stephanie Brunner. Haaser, Chiara Mair, Julia Grünwald und Katharina Gallhuber scheiterten an der Qualifikation.

“Heute war es eine stabile und solide Fahrt, es ist okay. Das ist das, wo ich im Moment stehe, 1,5 Sekunden hinter der Mika und eine Sekunde hinter dem Podium”, meinte Schild, die zuletzt in Zagreb und am Semmering jeweils Fünfte gewesen war. “Ich hoffe einfach, dass ich in Flachau den letzten Schritt noch machen kann. Es braucht die letzte Lockerheit, die letzte Selbstsicherheit. Ich probiere schon immer, die rauszukitzeln, aber bis jetzt kommt sie einfach nicht.”

Kirchgasser verbesserte sich mit ihrem zweiten Lauf von Platz 20 auf den zwölften Rang. “Der zweite Durchgang war extrem wichtig für mich, weil ich da sehr stabil war und das eigentlich die Basis ist, damit es wieder aufwärtsgeht”, erkannte die Salzburgerin einen leichten Aufwärtstrend, nachdem sie zuletzt zweimal ausgefallen war.

Truppe gab sich nur bedingt zufrieden, ortete noch Potenzial nach oben. “Es geht immer ein bisschen auf und ab. Dadurch, dass ich gestern am Innenski ausgerutscht bin, war das vielleicht noch im Kopf drinnen”, sagte die Kärntnerin im ORF-Interview. Für die Technikerinnen geht das Programm bereits am Dienstag mit dem Nachtslalom in Flachau weiter.

(APA)

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