SKN St. Pölten: Die Aussortierten Beichler und Wisio lehnen Auflösungsangebot ab

Akt.:
St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher.
St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher. - © APA/Georg Hochmuth
Daniel Beichler und Tomasz Wisio haben das Angebot von Bundesligist SKN St. Pölten zur Auflösung ihrer Verträge abgelehnt. Der juristische Zwist geht damit weiter.

Die bei Bundesligist SKN St. Pölten in Ungnade gefallenen Tomasz Wisio und Daniel Beichler haben das Angebot des Vereins zur Auflösung ihres jeweiligen Vertrages am Montag abgelehnt. Damit ist die Causa wieder bei den Gerichten gelandet. Wisio weigert sich weiter gegen die Versetzung in die Regionalliga-Mannschaft – dieses Recht hatte ihm das Landesgericht St. Pölten bereits bestätigt.

In der Angelegenheit hatte sich der Senat 2 der Bundesliga zuletzt als vermittelnde Instanz eingeschaltet. Am Montag war die entsprechende Frist abgelaufen, innerhalb welcher sich die beiden Profis deklarieren mussten. Der von der Gewerkschaft eingesetzte Anwalt ließ verlauten, dass sich die beiden weigern, das Angebots St. Pölten anzunehmen. Unbestätigten Berichten zufolge bot der Bundesliga-Aufsteiger mehr als die Hälfte des Gehalts bis zum Ablauf der Verträge im Juni 2017.

VdF: Versetzung in zweite Mannschaft ist Mobbing

Die Profifußballer-Gewerkschaft VdF hielt gegenüber der APA fest, dass das Vorgehen der Spieler berechtigt und durchaus nachvollziehbar sei. “Es steht ihnen zu. Wenn der Verein aus sportlichen Gründen nicht mehr mit ihnen plant, ist das okay. Aber man kann nicht einseitig anordnen, dass sie mit der zweiten Mannschaft mittrainieren müssen”, erklärte der VdF-Vorsitzende Gernot Zirngast. Die Gewerkschaft sprach in diesem Zusammenhang von Mobbing.

Damit nimmt der Fall ab nun wieder den normalen juristischen Lauf der Dinge. Der 34-jährige Wisio pocht weiter auf seine Eingliederung in den Trainingsbetrieb bei den Profis. Beichler steht dieser Tage eine erneute Knie-Operation bevor. Ob er wieder in den Leistungssport zurückkehren kann, ist offen.

Wisio wieder im Training

Laut Bundesliga-Kollektivvertrag hat jeder Spieler “während der Vertragslaufzeit das Recht auf Teilnahme am Mannschaftstraining”. Das Landesgericht St. Pölten hatte per einstweiliger Verfügung Ende Juli angeordnet, dass der Klub Wisio dies zu ermöglichen habe.

Der Klub wird Wisio bis auf Weiteres die Teilnahme am Training der Kampfmannschaft ermöglichen. General Manager Andreas Blumauer sagte am Dienstag, dass man der einstweiligen Verfügung nachkommen werde. Über Umfang und Art von Wisios Trainings werde Trainer Karl Daxbacher Tag für Tag entscheiden. Mit “großer Wahrscheinlichkeit” werde der Verteidiger nicht mehr bei den Profis zum Einsatz kommen, bestätigte Blumauer. “Aber sag’ niemals nie”, fügte er hinzu. Laut Blumauer habe es von Wisios Anwalt generell keine Beanstandung des Angebots gegeben. “Es geht ihm einzig und allein darum mitzutrainieren.”

Für die Gewerkschaft liegt die wesentliche Verfehlung des SKN in der Vergangenheit. “Als sie die sportliche Entscheidung getroffen haben, haben sie keine Lösung für das Problem gesucht, weil sie gesagt haben, sie haben keines. Jetzt haben sie aber eines”, sagte Novotny. Von St. Pölten war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Werbung