Ski Heil!

Ski Heil!
© Gebrüder Moped
Gastbeitrag der Gebrüder Moped: Allerorten hört man vom nahen Ende des Skitourismus in Österreich. Wir waren zum Lokalaugenschein auf den Wiener Hausbergen und wissen jetzt: Alles Propaganda, alles gut.

Ein Tag etwa auf dem Semmering genügt, um sicher zu gehen, alles noch wie früher: Gulaschkanonen, Schneekanonen, Spaßkanonen. Wir von der Generation Schulschikurs begrüßen das.

Grundnahrungsmittel Pommes

Gut, manches hat sich auch in den Lower-Austrian Highlands verändert. So finden sich hier zum Beispiel kaum mehr Deutsche. Und wenn, dann fragen diese eher um einen Job – oder um einen Studienplatz. Es sind heute vielmehr Ungarn und Tschechen, die uns dreist die Gondelplätze wegnehmen, nur weil sie dafür die wohlfeilen Liftkartenpreise brennen. Das hat fundamentale Vorteile. Zum einen kennen und schätzen sie die Küche auf den Skihütten, die sie mit Germknödel, Palatschinken und Gulaschsuppe ja vor manchen Jahrzehnten wohlweislich schon selbst vorausgeschickt haben. (Lediglich für die Entdeckung des Hüttengrundnahrungsmittels Nummer 1, die Pommes Frites, brauchten wir EU-Hilfe aus dem belgischen Brüssel.) Zum anderen muss das Personal zu ihnen nicht so freundlich tun, wie früher zu den “Piefke”. Das taugt natürlich auch uns Wienern. Erstmals werden wir außerhalb der Hauptstadt manchmal freundlicher behandelt als andere.

Ich kann auch freundlich. Bringt aber nix.

Auch der Schnee will in den östlichen Alpen nicht mehr so ganz wie früher. Aber da hat man auch auf unseren Hausbergen zum Glück längst aufgerüstet. Schneekanonen haben Frau Holles Goldmarie längst den Arbeitsplatz abspenstig gemacht. Dass die dafür nötigen, überdimensionalen, künstlich angelegten Wasserreservoirs wie eine Faust aufs Auge der Landschaft gedrückt werden, ist Raunzen auf einem Niveau unter der Schneegrenze. Nutzt doch der alte Hüttenwirt geschickt die Nähe zum Kunstbiotop und nennt sein Jausenhütterl jetzt “Seewirt”. Über der urigen Budel hängt als launiges Schild die Gebrauchsanweisung “Ich kann auch freundlich. Bringt aber nix.” Und im gemütlichen “Erwin Pröll Stüberl” lässt sich’s unter einer Digital-Ikone des Heiligen Landesvaters gut in einem Buch schmökern. “Der Schatz im Kanonensee”, zum Beispiel.

Skihaserl, Schiwasser, Schifoan! Wolferls wahre Wiener Bundeshymne muss nicht umgetextet werden.

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