Sivert Hoyem am Montag in der Szene Wien

Sivert Hoyem kommt am Montag in die Szene Wien.
Sivert Hoyem kommt am Montag in die Szene Wien. - © APA (Sujet)
Vor über zehn Jahren mit Madrugada noch Speerspitze der europäischen Alternative-Szene, ist Musiker Sivert Hoyem heute auch solo höchst erfolgreich. Anfang 2016 hat der Norweger mit “Lioness” ein neues, sehr gelungenes Album vorgelegt, das er am Montag live in der Szene Wien vorstellen möchte.

2008 war es vorbei mit Madrugada, nachdem man gut 15 Jahre lang düsteren Rock mit melodischen Einsprengseln in die Welt getragen hatte. Es war der Tod des Gitarristen Robert S. Buras 2007, der die Band den Schritt zur Auflösung machen ließ – nicht ohne zuvor noch ein letztes, selbstbetiteltes Album fertigzustellen. Und seitdem ist es für Hoyem die Solokarriere, die ganz im Fokus steht. Auch die mittlerweile fünfte Platte zeigt, dass er sich dabei zwar an alten Tugenden orientiert, aber keinesfalls in ein Korsett zwängen lässt.

Sivert Hoyem: Dunkle Wolken am Horizont

Schon der Opener “Sleepwalking Man” des aktuellen Outputs bringt den Titel bestens zur Geltung, ist ein tief im Folk wildernder Song, bei dem Hoyems Stimme bestens zur Geltung kommt und er mit viel Hall die Geschichte des Schlafwandlers darlegt. Das folgende “Fool To Your Crown” ist im besten Sinne zart, anschmiegsam und spannt den Bogen von spröder Gestaltung zu hymnischem Aufschwung. Seine experimentelle Seite lebt der Norweger etwa in “The Boss Bossa Nova” aus, das sich lange ganz auf eine eigenwillige Atmosphäre und perkussive Elemente besinnt, bevor in Richtung von Nick Cave und dessen Bad Seeds abgebogen wird.

So wirklich festnageln lässt sich der 40-Jährige bis zum Schluss nicht. Ein Schuss Country mit dunklen Wolken am Horizont? Klar, hat hier ebenso Platz wie einige Schlenker aus einer geradezu klassisch anmutenden Unterhaltungsmusik. In “V – O – I – D” spürt Hoyem schließlich dem Blues nach. Mit “Lioness” ist dem Musiker letztlich ein Soundtrack für allerlei Lebenslagen gelungen, wenngleich es nicht immer die hellsten Orte sind, die er aufsucht. Lust, ihm bei dieser Reise über die Schulter zu schauen, hat man aber allemal.

(apa/red)

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