Sisters – Trailer und Kritik zum Film

Sisters – Trailer und Kritik zum Film
Zwei der lustigsten Frauen Amerikas in den Hauptrollen, eine Riege an “Saturday Night Live”-Stars um sie herum und eine Geschichte mit Potenzial, gleichermaßen zu unterhalten und zu berühren.

Die Vorzeichen für “Sisters” mit Tina Fey und Amy Poehler standen eigentlich gut. Umso enttäuschender, dass die Partykomödie, die am Donnerstag in den Kinos anläuft, nicht mehr als eine verpasste Chance ist.

Sisters – Die Geschichte

Bei einem ihrer abendlichen Skype-Telefonate mit ihren Eltern kommt der Schock für die kürzlich geschiedene Krankenschwester Maura Ellis (Poehler): Ihr Elternhaus in Orlando wird verkauft. Sie soll nicht nur prompt ihr altes Kinderzimmer ausmisten, sondern auch ihrer Schwester Kate Bescheid sagen. Die hat gerade Job und Wohnung verloren und verträgt schlechte Nachrichten nämlich weniger gut. Weil ihre Teenagertochter Haley (Madison Davenport) sowieso gerade woanders wohnt und ihr nicht sagt, wo, macht sich Kate auf Bitten Mauras nichts ahnend nach Orlando auf – um dort festzustellen, dass das elterliche Haus schon verkauft wurde.

Im Laufe eines Wochenendes müssen die zwei ungleichen Schwestern, die sich in ihrer Empörung schnell einig sind, ihr gemeinsames Zimmer räumen. Und stoßen dabei auf Tagebücher aus ihrer Jugendzeit, die zeigen, dass die chaotische Stylistin Kate ihre Jugend mit Partys und Burschen ausgiebig genutzt hat, während Maura schon damals wegen ihres Helfersyndroms und Verantwortungsbewusstseins gehemmt war. Um Verpasstes nachzuholen, beschließen die beiden, eine letzte große Party mit einstigen Schulkollegen (Highlight: Maya Rudolph als Kates Erzfeindin Brinda) im leeren Haus zu schmeißen – und das in vertauschten Rollen: Ausnahmsweise darf Maura die Partykönigin sein, die den feschen Nachbarn James (Ike Barinholtz) vernascht, und Kate die nüchterne “Party Mum”, die den Überblick behält. Doch “Sisters” wäre keine Partykomödie, würde alles wie geplant laufen und die Zerstörung dank Alkohol, Drogen und ungebetener Gäste nicht bald eintreten…

Sisters – Die Kritik

Hollywood setzte zuletzt erfreulicherweise vermehrt auf Komödienstoffe von und mit weiblichen Talenten. Wer aber hofft, dass sich “Sisters” von Regisseur Jason Moore in die Reihe erfrischender, kompromissloser Filme wie “Brautalarm” oder “Dating Queen” einreiht, der wird bitter enttäuscht: Das Drehbuch von “Saturday Night Live”-Schreiberin Paula Pell hält sich streng an die Regeln der klassischen Partykomödie, strotzt vor Klischees, Penis-Witzen und Fremdschäm-Momenten. Immer wieder blitzen da wahrhaftige Momente durch, wenn es um die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und das Festklammern an der eigenen Jugend geht. Doch letzten Endes schwankt die unausgegorene Story zu sehr zwischen vulgärem Humor und gut gemeinter Ernsthaftigkeit, um auch nur ansatzweise zu überzeugen – und generiert im Laufe der 120 Minuten keinen einzigen veritablen Lacher.

Was das Ganze zumindest in Ansätzen rettet, ist die unstrittige Dynamik von Tina Fey und Amy Poehler, die den Energielevel von der ersten gemeinsamen Szene an mühelos hochhalten und sichtlich Spaß an ihren Slapstick-Einlagen haben. Die loyale Schwesternschaft kauft man den beiden Comediennes, die eine gemeinsame Vergangenheit bei der Improvisations-Comedy-Truppe “The Second City” in Chicago und der kultigen Sketch-Show “Saturday Night Live” verbindet, sofort ab – die gar tieffliegenden Witze aber weniger. Man ist mehr von Fey und Poehler – ihres Zeichens Hauptdarstellerinnen und Schöpferinnen der höchst erfolgreichen Sitcoms “30 Rock” respektive “Parks and Recreation” – gewohnt und wünscht sich, sie hätten sich doch lieber ihren eigenen Film geschrieben. Dann wäre auch das Ende ein wenig fortschrittlicher ausgefallen: Da findet Maura das große Glück wieder nur in einer Beziehung, und Kate in guter Mutterschaft.

(APA)

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