Sind die Grünen schuld am Wetter?

Blogbeitrag der Gebrüder Moped.
Blogbeitrag der Gebrüder Moped. - © gruenewien (Public Domain), Montage: Gebrüder Moped
Gastkommentar der Gebrüder Moped: Der Wiener Wahlkampf kommt ins Rollen, neue Lage: sieben Wochen. Die SPÖ plakatiert Versäumnisse, die Grünen Erreichtes, die Neos HC Strache und die Freiheitlichen, dass letzterer Bürgermeister von Wien wird. Und Bundekanzler. Und Papst.

 Die ÖVP wird zur Sekte

Und dann wäre da noch die Österreichische Volkspartei. Oder “Österreichische Partei”, denn von einem schwarzen “Volk” ist in der Bundeshauptstadt kaum mehr etwas wahrzunehmen. Die ÖVP Wien mutiert zur Sekte. Nicht nur vom Anklang her, sondern insbesondere die Kernthemen betreffend.

Im Regen stehen statt Baden gehen

Der Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch twitterte diese Woche: “Seit Wochen die ersten Regentropfen und gleich bricht der Verkehr in Wien zusammen. Danke #rotgrün. #fail #spö #grüne #vassilakou.” Als politisch Interessierte, die eine solche Warnung ernst nehmen, begeben wir uns umgehend auf Recherche, setzen uns in die Wiener U2 und stellen enttäuscht fest: Alles einwandfrei, der Verkehr läuft. Was meint die Volkspartei dann mit “der Verkehr bricht zusammen”?

Zusatzkurse für Autofahrer

Vage Vermutung: Im Sinne einer nischenorientierten Glaubensgemeinschaft dürfte es bei der Auto fahrenden Minderheit in unserer Stadt da und dort wirklich Probleme gegeben haben. Und die gehören gelöst, da hat Alfred Hoch vollkommen recht. Schulungen für City-Cruiser über die Abwechslungsfreudigkeit des Wetters und die entsprechenden Abläufe im Jahreszeiten-Zyklus scheinen unvermeidlich. Wir kennen ja die alljährliche Überraschungsstarre, wenn die Motorisierten (anscheinend jeweils zum aller, aller ersten Mal in ihrem Leben) mit Schneefall konfrontiert werden. Und dass die Verantwortung dafür aus der Sicht einer Oppositionspartei in den Reihen der Regierenden zu suchen ist, versteht sich. Regen in Wien? Das waren die Grünen.

Der liebe Gott bei der ÖVP

Aber genau hier liegt der Fehler, liebe Stadtschwarze. Denn wenn schon eine Gesinnungsgemeinschaft für überirdische Phänomene dieser Art in die Verantwortung zu nehmen ist, dann sind das natürlich die Christlich-Sozialen. Der Landesgeschäftsführer dürfte sich demnach geirrt haben. Und Irren ist menschlich. Aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch. Und vielleicht verschafft ja gerade diese Selbstoffenbarung der ÖVP neue Sympathiepunkte. Denn der einzig wahre Tweet, der den Wetterumbruch in der Bundeshauptstadt diese Woche auf die politische Ebene geleitet hätte, müsste lauten: “Heute kein Badengehen! Danke, ÖVP! #regen #schöpfungsfail”

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