Silke Kobald im Interview: Kommt Parkpickerl auch im Bezirk Hietzing?

Von Verena Kaufmann
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Silke Kobald sprach mit VIENNA.at über das Parkpickerl in Hietzing.
Silke Kobald sprach mit VIENNA.at über das Parkpickerl in Hietzing. - © Udo Titz
Derzeit wird heftig diskutiert, wie es nach der Entscheidung in Währing bezüglich Parkpickerl-Einführung nun in anderen Bezirken Wiens weitergehen wird. Ob das Pickerl ohne Anrainerbefragung auch in Hietzing kommen wird und welche Alternativen denkbar wären: Wir haben bei Silke Kobald, Bezirksvorsteherin von Hietzing, nachgefragt.

In Währing kommt trotz einer Anrainerbefragung im Jahr 2013 nun doch das Parkpickerl. Deswegen wird derzeit diskutiert, wie es in anderen Bezirken Wiens bezüglich Parkraumbewirtschaftung weitergehen wird.

Vor allem in Hietzing wird heftig spekuliert, ob das Parkpickerl ebenfalls unter “Zugzwang” eingeführt werden muss, da auch hier die Anrainer bei der offiziellen Abstimmung vor einigen Jahren dagegen waren. Silke Kobald, Bezirksvorsteherin von Hietzing, stand uns dazu im Interview Rede und Antwort und sprach auch über die kommende Sanierung der U4.

Parkpickerl in Hietzing: Bezirksvorsteherin Silke Kobald im Interview

VIENNA.at: In Währing kommt nun das Parkpickerl – trotz Abstimmung der Anrainer dagegen im Jahr 2013. Jetzt wird auch heftig spekuliert und diskutiert, ob das Parkpickerl auch in Hietzing ungefragt eingeführt wird. Ist diese Befürchtung der Anrainer berechtigt?

Silke Kobald: Ohne Befragung wird in Hietzing mit Sicherheit kein Parkpickerl eingeführt.

Die Einführung des Parkpickerls in Währing wird natürlich eine Auswirkung auf die ohnehin schon knappe Parkplatzsituation in Hietzing haben. Bringt Sie die Stadtregierung, die sich eine Ausweitung des Pickerls auf alle Bezirke schon seit Längerem wünscht, mit dieser Entwicklung nicht in Zugzwang?

Der Mangel an Parkplätzen in Hietzing ist vor allem entlang der U4 und im Zentrum des Bezirks wahrnehmbar. Ob sich durch die Einführung des Parkpickerls in Währing die Parkplatzsituation in Hietzing ändert, wird sich zeigen. Klar ist, dass dadurch der Parkraum für jene Menschen, die ihr Auto mit Nicht-Wiener Kennzeichen über mehrere Tage oder Wochen in Wien abstellen wollen bzw müssen, insgesamt in der Stadt geringer wird.

Welche Alternativen zum Parkpickerl können Sie sich für den Bezirk, die Anrainer, aber auch Pendler vorstellen? Vor allem für Pendler stellt das Pickerl ja eine weitere Schikane dar, weil das Parkplatz-Angebot am Stadtrand schlicht und einfach fehlt.

Die Einführung von sogenannten „Grünen Zonen“ halte ich für eine tragfähige Lösung für die überparkten Straßenzüge. Die Anrainer könnten dort kostenlos – wie in vielen europäischen Städten üblich – oder gegen Abgabe einer Verwaltungsgebühr parken und alle anderen gegen Bezahlung einer Parkgebühr. Eine zukunftsweisende Lösung zur Entlastung der Westeinfahrt wäre die U4-Verlängerung nach Aufhof in Kombination mit einer großen Park&Ride-Anlage, so wie das auch international am Stadtrand üblich ist.

Würden Sie, falls nötig, das Parkpickerl in Hietzing einführen, ohne vorher eine weitere Anrainer-Abstimmung durchzuführen, oder werden die Entscheidungen und Meinungen der Hietzinger auf jeden Fall miteinbezogen?

Wie schon erwähnt, wird in Hietzing ohne Befragung der Betroffenen kein Parkpickerl eingeführt.

Sind derzeit Projekte geplant, die zur Parkraumbeschaffung in Hietzing beitragen würden, wie beispielsweise zusätzliche Parkflächen oder ein Parkhaus am Stadtrand, um so eine Einführung zu verhindern?

Hier wünschen wir uns von der Stadtregierung endlich ein Verständnis dafür, dass wir zusätzliche Garagen benötigen. Denn mit einer überlasteten Park&Ride-Anlage in Hütteldorf ist es mit Sicherheit nicht getan.

Zum Thema Parkplatznot in U4-Nähe: Ab Ende April wird die U4 großräumig saniert, dabei kommt es zu einer länger andauernden Sperre. Die Bürgerinitiative U4auhof hat sich diesbezüglich bereits pessimistisch gezeigt. Sehen Sie ebenfalls ein Verkehrschaos auf West-Wien zukommen?

Ich hoffe, dass das Grundkonzept der Wiener Linien aufgeht und die Pendler tatsächlich nicht auf den Schienenersatzbus umsteigen sondern von Hütteldorf aus mit den Zügen weiterfahren.

>> Mehr Infos zum Thema Parken in Wien

(Red)

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