Sieben Kandidaten wären Rekord

SPÖ-Präsidentschaftskandidat würde FPÖ Auftrag zur Regierungsbildung geben
SPÖ-Präsidentschaftskandidat würde FPÖ Auftrag zur Regierungsbildung geben - © APA
Bei der Wahl zum Bundespräsidenten könnten die Österreicher die bisher größte Auswahl am Stimmzettel finden.

Für den Rekord bräuchte man sieben Bewerber, denn bei der ersten Direktwahl 1951 gab es schon einmal sechs. Sehr wahrscheinlich ist bereits mit den bisher fest stehenden vier Kandidaten, dass zweimal gewählt werden muss.

13 Wahl zum Bundespräsidenten

Dies wäre erst das vierte Mal – bei dann 13 Bundespräsidentenwahlen -, dass im ersten Wahlgang kein Kandidat über 50 Prozent kommt. Die Ausgangslage ist heuer die gleiche wie bei den bisher drei Stichwahlen: Sowohl SPÖ (Rudolf Hundstorfer) als auch ÖVP (Andreas Khol) haben Bewerber nominiert. Dazu kommt noch mindestens ein “Oppositions-Kandidat” – der Grüne Alexander Van der Bellen -, vielleicht auch einer der FPÖ und/oder des Team Stronach. Ex-OGH-Präsidentin Irmgard Griss ist zwar parteifrei, hat aber größeres Stimmenpotenzial dank der aufsehenerregenden Hypo-Untersuchungskommission.

Bewerber brauchen 6.000 Unterschriften

Die nötigen 6.000 Unterstützungsunterschriften – die jeder Bewerber sammeln muss – werden für Griss kein Problem sein. Ob es noch andere, weniger bekannte Persönlichkeiten wie Ex-Millionenshow-Siegerin und Dialekt-Autorin Elfriede Awadalla, Martin Wabl, Adrien Luxemburg oder der Burgenländer Gustav Jobstmann schaffen, wird man spätestens am 18. März wissen. Die FPÖ sucht noch nach einem geeigneten Bewerber, auch das Team Stronach will einen Kandidaten aufstellen. Jedenfalls werden nicht alle Parlamentsparteien dabei sein, die NEOS habe bereits abgewunken.

7 Kandidaten wären Rekord

Sind die übrigen fünf Parteien und Griss dabei, reicht ein weiterer Bewerber für den Rekord. 1951 hatten alle vier Nationalratsparteien (ÖVP, SPÖ, FPÖ und KPÖ) Kandidaten im Rennen – und daneben gab es zwei unabhängige, Ludovica Hainisch vom Ergokratischen Verband aller Schaffenden und den Privatmann Johannes Ude. Damals war es aber noch leichter, am Stimmzettel zu stehen: Der Wahlvorschlag musste nur von 2.000 Wahlberechtigten bzw. fünf Abgeordneten unterstützt sein, jetzt sind 6.000 Unterschriften nötig.

Frauen bei der Wahl

Mit Hainisch trat gleich bei der ersten Direktwahl eine Frau an – dann aber sehr lange keine mehr. Sechs Urnengänge lang (von 1957 bis 1980) konnten die Österreicher nur unter jeweils zwei oder drei Männern wählen. 1986 änderte sich das: Die vor Kurzem gestorbene Grünen Galionsfrau Freda Meissner-Blau war die zweite Hofburg-Bewerberin – und seither stand jedesmal zumindest eine Frau am Stimmzettel, 1998 mit Heide Schmidt (LIF) und der parteifreien Gertraud Knoll sogar zwei (bei insgesamt fünf).

Bisherige Wahlen

Die Zahl der Bewerber stieg vorübergehend auf vier, fünf – um dann wieder auf zwei, drei zurückzufallen. Gegen Heinz Fischer traten 2004 nur eine ÖVP-Kandidatin, Benita Ferrero-Waldner, bzw. 2010 Barbara Rosenkranz (FPÖ) und Rudolf Gehring (CPÖ) an. Das geringere Angebot drückte die Wahlbeteiligung: 2004 entschieden nur mehr knapp 70 Prozent mit, 2010 gar nur mehr etwas mehr als die Hälfte, 53,57 Prozent – weil viele ÖVP-Wähler zu Hause blieben.

Die Bundespräsidentenwahl soll spätestens am 24. April 2016 stattfinden. Alle Nachrichten und Informationen finden Sie hier.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen