Sicherheitstipps: So schützen Sie sich vor einem Pkw-Einbruch

Vor allem Schlüssel, Bargeld und Handtaschen werden von Langfingern gerne als Einladung gesehen.
Vor allem Schlüssel, Bargeld und Handtaschen werden von Langfingern gerne als Einladung gesehen. - © bilderbox.com (Sujet)
Wussten Sie, dass Profi-Einbrecher keine zwanzig Sekunden brauchen, um einen Pkw zu stehlen und nur knapp fünf Sekunden um ein Auto aufzubrechen? Vor allem Schlüssel, Bargeld, Handtaschen und Handys werden von Langfingern gerne als Einladung gesehen – und diese Wertgegenstände findet man auch in jedem dritten parkenden Auto. Wie Sie sich vor einem Kfz-Einbruch schützen können, lesen Sie hier.

Navigationsgeräte, Handtaschen und Mobiltelefone – Österreichs Autofahrer lagern Wertgegenstände gerne im Pkw. Von Langfingern werden Schlüssel, Bargeld und andere Wertgegenstände allerdings gerne als Einladung zum Kfz-Einbruch verstanden.

Allein im Jahr 2015 ereigneten sich laut Angaben der Sicherheitsbehörden 11.302 Einbruchsdelikte in Kfz. Kein Wunder: Pkw sind regelrechte Goldgruben für Einbrecher. “Wertgegenstände in parkenden Autos sind für jeden Einbrecher leicht zu erbeuten: knappe fünf Sekunden benötigen Profis, um ein Auto aufzubrechen”, weiß man im österreichischen Versicherungsverband VVO.

Erhebung zeigt: Autofahrer lassen Wertgegenstände meist im Kfz

Eine aktuelle Erhebung des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) in allen neun Bundeshauptstädten zeigt, dass Österreichs Autofahrer in ihren Autos gerne Wertgegenstände aufbewahren. “Bei einer Erhebung von mehr als 7.000 Kfz wurden in jedem dritten parkenden Auto Wertgegenstände gefunden.

Gefüllte Einkaufstaschen, wertvolle Kleidung, Schlüssel, USB-Sticks, nicht eingebaute Navigationsgeräte und Handtaschen wurden am häufigsten vorgefunden”, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Letztere wirken auf Einbrecher besonders verlockend, weil sich darin Bargeld und wertvolle Dokumente vermuten lassen.

Jeder vierte Wiener animiert zum Pkw-Einbruch

Im Bundesländervergleich wurden in der Stadt Klagenfurt in den meisten Autos Wertgegenstände sichtbar vorgefunden (60 Prozent). Am achtsamsten sind Kfz-Lenker in Innsbruck (14 Prozent), in Wien animiert jeder Vierte zum Einbruch (25 Prozent). Das Ergebnis der weiteren Bundesländer: Graz 50 % Bregenz 45 % Salzburg 38 % St. Pölten 28 % Linz 28 % und Eisenstadt 27 %.

Zu finden waren Wertsachen vorwiegend auf dem Rücksitz (42 Prozent) und auf der Vorderablage (30 Prozent). “Wertgegenstände haben im Auto nichts verloren – ganz besonders dann, wenn diese auch noch offen sichtbar sind. Zudem sollte unbedingt darauf geachtet werden, vor Verlassen des Autos alle Fenster zu schließen und sämtliche Türen des Fahrzeugs zu verriegeln. Empfehlenswert ist außerdem das Öffnen des Handschuhfachs. So wird verdeutlicht, dass es in dem Fahrzeug nichts zu holen gibt”, erklärt Thann.

Lenkradkrallen nach wie vor unbeliebt

Neben Kfz-Einbrüchen kommt es auch immer wieder zu Autodiebstählen. Im Rahmen der Erhebung des KFV wurde jedoch festgestellt, dass sich 99 Prozent der Nutzer dennoch nach wie vor gegen die Nutzung einer Lenkradkralle als Sicherheitsvorkehrung entscheiden.

Weniger als ein Prozent der beobachteten Fahrzeuge war mit einer derartigen Schutzmaßnahme ausgestattet.

Sicherheitstipps: So schützen Sie sich vor einem Kfz-Einbruch

  • Nicht auf das Abschließen vergessen, auch wenn man das Auto z. B. an der Tankstelle nur kurz verlässt.
  • Fenster, Schiebedach bzw. Verdeck beim Cabrio immer schließen
  • Kfz-Dokumente, sonstige Dokumente, Bargeld, Kreditkarten, Handys, Fotoapparate oder andere Wertgegenstände nicht im Handschuhfach oder frei auf den Rücksitzen ablegen.
  • Keine Wertsachen (Handy, Notebook, Navigationsgerät, Handtasche, teure Kleidung) sichtbar im Pkw liegenlassen – falls nicht anders möglich, im nicht einsehbaren Kofferraum versperren.
  • Es sollen nicht nur Navigationssysteme, sondern auch deren Halterungen beim Verlassen des Fahrzeuges mitgenommen werden. Eine sichtbare Halterung lässt Einbrecher vermuten, dass das Navigationsgerät evtl. im Handschuhfach abgelegt wurde.
  • Keinen Abdruck der Navigationshalterung auf der Frontscheibe hinterlassen – dies gibt potenziellen Tätern Aufschluss über ein möglicherweise im Wageninneren verwahrtes Navigationsgerät.
  • Den Reserveschlüssel niemals im Fahrzeug zurücklassen (Auto, Wohnung, etc.).
  • Wagen auch in geschlossenen Garagen immer absperren.
  • Nach dem Abschließen mit einem Griff zur Türschnalle nochmals kontrollieren, ob die Türen tatsächlich versperrt sind.
  • Manuelle Verriegelung des Fahrzeuges anstelle der Verwendung des Funkschlüssels (so kann verhindert werden, dass das Funksignal abgefangen wird).
  • Empfehlenswert ist das Öffnen des Handschuhfachs, um zu signalisieren: Hier gibt es nichts zu holen!
  • Stellen sie ihr Fahrzeug, wenn möglich, in bewachten Bereichen oder zumindest in frequentierten Bereichen und beleuchteten Bereichen ab.Zwtl.: Sichtbare Wertgegenstände im Auto in Prozent nach Bundesland:

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