Shirley Manson im Interview: Garbage haben “nie Erwartungen erfüllt”

Shirlay Manson live mit Garbage am Nova Rock.
Shirlay Manson live mit Garbage am Nova Rock. - © APA
Mit Garbage stand am Freitag beim Nova Rock eine Band auf dem Programm, die sich grundlegend vom testosterongeschwängerten männlichen Rocksound unterschied. “Ich mag das”, lachte Sängerin Shirley Manson im Interview. Garbage brachten zudem eine sehr starke neue Platte mit.

“Unser Weg war nicht leicht, weil wir nie Erwartungen erfüllt haben”, bilanzierte Manson. Festivals sind oft in männlicher Hand.

“Ich mag mich gar nicht zu sehr darüber auslassen, dass es einen Mangel an zeitgenössischen weiblichen Künstlern gibt”, meinte dazu Manson. “Ich hoffe, dass sich das bald ändert. Zugleich bin froh, dafür zu stehen.”

Garbage mit frischem Album

Das so eben erschienene Album “Strange Little Birds” enthält viele Stärken von Garbage, klingt aber zugleich wie nach einer jungen, “frischen” Band. “Das ist eigentlich ein Wunder, wenn man denkt, wie alt wir sind”, lachte die Schottin erneut laut auf. Dann ernsthaft: “Wir haben inzwischen realisiert, dass wir über etwas wirklich Gutes gestolpert sind. Als wir die Reihenfolge der Lieder auf dem Album festgelegt haben, waren wir bereits sehr happy. Aber die überschwänglich positiven Reaktionen waren dann doch ein Schock. Aber das ist gut.”

Garbage bringen live altes und neues Material. Da man im Laufe der Zeit mehrere kreative Phasen durchgemacht hat, stellt sich die Frage, ob es leicht fällt, aus der bunten Fülle ein homogenes Set zusammenzustellen. “Ja, das tut es, ich muss das zugeben. Wir haben das Privileg, dass wir zwischen sehr unterschiedlicher Musik auswählen können, so dass ein Konzert das Publikum auf eine Reise mitnimmt. Ich erinnere mich noch an die Anfangstage, als wir nur zehn Songs hatten und auch Coverversionen spielen mussten. Das war hart, manchmal brachten wir Lieder zweimal, um über die Zeit zu kommen.”

Shirley Manson als Vorbild

Ihrer Rolle als Vorbild für viele Fans ist sich Manson bewusst. “Ich habe über die Jahre viele Frauen getroffen, die mir wirklich schöne Komplimente gemacht haben. Ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken, wie viel Einfluss wir auf irgendjemand hatten. Das wäre ungesund. Aber ich weiß, dass diese Band vielen Leuten über die Jahre Trost geben konnte. Das macht mich froh, weil das sollten Künstler tun. Wir sollten für die sprechen, die sich nicht so gut ausdrücken können. Das ist unser Job.”

Nicht immer waren die Reaktionen auf Platten von Garbage so einheitlich positiv wie auf “Strange Little Birds”. Die 49-Jährige nickte: “Wir haben immer die Herausforderung gesucht. Manchmal haben wir die Fans deshalb enttäuscht. Wir mussten im Laufe unserer Karriere viel Kritik einstecken. Aber als Künstler haben wir zumindest erforscht, was wir tun können und was nicht. Dafür bin ich dankbar. Ja, wir hätten unser Debüt immer wieder neu aufnehmen können. Dann hätten wir nie ‘Version 2.0’ gemacht – ein Album, auf das ich sehr stolz bin.”

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(APA)

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