Sharon: Nicht mehr in Lebensgefahr

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Sharon: Nicht mehr in Lebensgefahr
Der israelische Ministerpräsidenten Ariel Sharon ist sechs Tage nach seinem schweren Schlaganfall nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr. Israel: Einbrüche um Hälfte zurückgegangen

Dies sagt der israelische Narkosearzt Joram Weiss vom behandelnden Hadassah-Krankenhaus am Dienstag in Jerusalem. Es werde noch einige Tage dauern, bis Sharon ganz aus dem künstlichen Koma geholt worden sei. Nach Angaben des Krankenhauses waren wichtige medizinische Werte am Dienstag im normalen Bereich.

Bei Untersuchungen habe Sharon erstmals seine linke Hand bewegt, sagte Krankenhauschef Shlomo Mor-Yosef. Auch habe er seinen rechten Arm und sein rechtes Bein stärker bewegen können als bei ersten Tests am Montag. Dies seien „neurologische Veränderungen, die einen leichten Fortschritt in den Hirnfunktionen des Ministerpräsidenten zeigen“. Sharon hatte am vergangenen Mittwoch einen Schlaganfall erlitten. Danach war er drei Mal notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt worden. Seit Montag reduzieren die Ärzte die Betäubungsmittel, um den Regierungschef langsam aus der Narkose zu holen.

Nachfolger wird noch gesucht

Seit Tagen liegt der schwer kranke israelische Regierungschef Ariel Sharon im künstlichen Koma, nur allmählich reduzieren die Ärzte seine Narkose. Die folgenschwere Entscheidung darüber, ob der Ministerpräsident letztlich für amtsunfähig erklärt wird, liegt bei Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz. Falls die Ärzte Sharon irreversible Hirnschäden bescheinigen sollten, kann Mazuz auf Grundlage der Expertengutachten beschließen, dass der 77-Jährige die Regierungsgeschäfte nicht mehr führen soll.

Schon am 4. Jänner hatte Mazuz, der auch Rechtsberater der Regierung ist, Sharon wenige Minuten nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus wegen des schweren Schlaganfalls für „vorübergehend amtsunfähig“ erklärt und Vize-Regierungschef Ehud Olmert für eine Übergangszeit mit der Übernahme der Regierungsgeschäfte betraut.

Wird Sharon für dauerhaft amtsunfähig erklärt, muss das Kabinett für Olmert bürgen, damit er bis zur Parlamentswahl am 28. März Interims-Regierungschef bleiben kann. Laut Gesetz muss der Interims-Regierungschef derselben Partei angehören wie sein Vorgänger, sowie Abgeordneter und Minister sein. Neben Olmert kämen für das Amt damit nur noch Justizministerin Tzippi Livni, Tourismusminister Abraham Hirhson und Sicherheitsminister Gideon Esra in Frage, die der von Sharon neu gegründeten Kadima-Partei angehören.

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