ServusTV stellt Betrieb ein

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Mateschitz gibt den Sender ServusTV auf.
Mateschitz gibt den Sender ServusTV auf. - © APA (Sujet)
“ServusTV gibt den Betrieb auf”, wurde per Aussendung des Unternehmens am Dienstag bekannt gegeben. Der Sender sei “wirtschaftlich untragbar geworden”, lautet die Begründung. Dennoch wird der Sendebetrieb bis auf weiteres uneingeschränkt weiter laufen.

RedBull-Boss Dietrich Mateschitz wirft das Fernseh-Handtuch. Obwohl man seit dem Start 2009 Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert habe, “lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten. (…) Wir haben uns der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes entsprechend entschlossen, den Betrieb von Servus TV einzustellen.” Die “Veränderungen am globalen Medienmarkt bestärken uns in dieser Entscheidung, weil digitale Angebote die klassischen, linearen Programme verdrängen”. Das Magazin “Servus in Stadt und Land” sei von dieser Maßnahme nicht betroffen.

Sendeschluss Ende Juni kolportiert

Den “genauen Zeitplan” für die Einstellung des ServusTV-Betriebs “werden wir professionell und gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Partnern erarbeiten”, hieß es am Dienstag ergänzend aus der Pressestelle des Senders. APA-Informationen zufolge steht eine Einstellung des Sendebetriebs Ende Juni im Raum. “Wir können den 30. Juni nicht bestätigen”, hieß es dazu allerdings im Unternehmen. Kein Indiz für den Zeitpunkt des Sendestopps, aber möglicherweise dafür, dass die Entscheidung schnell fiel, ist der Umstand, dass der Sender auf seiner Homepage das “Werbeinselschema ab Juni 2016” zum Download zur Verfügung stellt.

Die “Salzburger Nachrichten” berichteten online, dass alle 246 Mitarbeiter bereits gekündigt worden seien und es auch eine entsprechende AMS-Meldung gäbe. Das kommentierte Servus TV nur indirekt: “Die AMS Meldung muss formal mit einem Datum versehen sein”, hieß es. Bestätigt wurde ein Mitarbeiterstand von “über 240”.

“Nahezu dreistelligen Millionenbetrag” pro Jahr investiert

Mehrere Medien schrieben zudem, dass eine geplante Betriebsratsgründung der unmittelbare Auslöser für das Aus gewesen sein soll. Das Unternehmen berief sich in seiner Aussendung freilich auf wirtschaftliche Gründe, habe man doch jedes Jahr einen “nahezu dreistelligen Millionenbetrag” investiert.

Ferdinand Wegscheider, seit nicht einmal einem Monat Intendant von ServusTV, war vorerst nicht zu erreichen. Erst im April war es zu einer Rochade an der Senderspitze gekommen. Geschäftsführer Martin Blank ging nach rund sechs Jahren, der frühere Burgtheater-Direktor und interimistische Servus-Programmdirektor Matthias Hartmann gab die Programmagenden ab. Harald Maier übernahm die Kaufmännische Leitung.

ServusTV hatte im April 1,5 Prozent Marktanteil. Nur selten übersprang der Sender seit seinem Start im Herbst 2009 die Zwei-Prozent-Marke. Erstmals gelang das im Oktober 2012, in diesem Monat übertrug man Felix Baumgartners Stratosphären-Sprung. Im Jahresschnitt 2015 waren 1,7 Prozent ausgewiesen worden, die beiden Jahre davor 1,5 Prozent.

(apa/red)

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