Seriendiebstähle in Zügen am Hauptbahnhof Wien: Auch UNO-Laptop gestohlen

Am Wiener Hauptbahnhof gibt es aktuell eine Diebstahlsserie
Am Wiener Hauptbahnhof gibt es aktuell eine Diebstahlsserie - © APA (Sujet)
Diebstahlsserie rund um den Wiener Hauptbahnhof: Seit vier Wochen häufen sich Diebstähle in Zügen vor Ort. Nun ist ein Laptop eines ausländischen Diplomaten gestohlen worden, der sensible Daten enthalten soll.

Dies berichtete die Tageszeitung “Kurier”. Die Täter lassen grundsätzlich Wertsachen und kleinere Gepäckstücke von Reisenden mitgehen.

Zehn Fälle pro Woche am Hauptbahnhof Wien

“Wir haben Einzelfälle dieser speziellen Form des Taschendiebstahls in Zügen im Raum Wien-Hauptbahnhof beobachtet”, bestätigte ÖBB-Sprecher Michael Braun der APA. “Wir sprechen aktuell von etwa zehn Fällen pro Woche.”

Vor einigen Tagen ist nun laut “Kurier” auch ein Delegierter eines südasiatischen Landes, der als Teilnehmer einer Konferenz des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien war, auf diese Weise bestohlen worden.

Diplomaten-Laptop mit sensiblen Daten gestohlen

Der Dieb machte sich mit dem Koffer des Diplomaten aus dem Staub, worin sich 1.500 Seiten Konferenzunterlagen und ein Laptop befanden. Der Verlust der Unterlagen sei “noch einigermaßen verkraftbar”, zitierte der “Kurier” einen “Insider”. Schwerer wiege der Diebstahl des Computers “mit sensiblen Daten”. Der Bestohlene konnte den abfahrenden Zug nicht mehr verlassen, er erstattete erst einige Stunden später bei den italienischen Carabinieri am Bahnhof in Bologna Anzeige.

“Wir gehen davon aus, dass es sich nur um zwei bis drei Profi-Einzeltäter handelt”, erläuterte der ÖBB-Sprecher. Ein solcher Profi-Dieb habe beim Beutezug im Railjet-Zug jeweils vermutlich ein oder zwei Komplizen dabei, die lohnendes Diebesgut auskundschaften bzw. ihm dann die Beute abnehmen. Abgesehen haben sie es vor allem auf Damenhandtaschen, Geldbörsen, Handys und Laptops. Zehn Fälle pro Woche bedeute, “dass der Großteil der Fahrgäste nicht betroffen ist, denn vom Hauptbahnhof fahren pro Woche von rund 800.000 Menschen ab”, betonte Braun.

Nach dem Einsteigen schlagen Diebe zu

Die Diebe nützen die Unachtsamkeit der Reisenden unmittelbar nach dem Einsteigen, wenn potenzielle Opfer mit Sitzplatzsuche, Mantel aufhängen und ähnlichem beschäftigt sind. Mit der Beute steigen sie noch gleich am Hauptbahnhof wieder aus und tauchen unter.

Die ÖBB warnen mit Lautsprecherdurchsagen in den Zügen und auf dem Bahnhof vor den Umtrieben. Seit den Terroranschlägen von Brüssel wurde der Einsatz von Sicherheitskräften generell verstärkt, diese Mitarbeiter haben jetzt auch ein Auge auf Diebe, sagte Braun. Die Polizei hat ihr Personal für Streifen im Rahmen der “Ausgleichsmaßnahmen Schengen” (AGM) seit vergangener Woche ebenfalls aufgestockt und sei nun in größerem Ausmaß auf Bahnhöfen und in Zügen unterwegs, sagte Roman Hahslinger, Sprecher der Landespolizeidirektion Wien.

(apa/red)

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