Serbien will über höheres Budgetdefizit verhandeln

Die serbische Regierung will mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Erhöhung des Budgetdefizits auf 4,5 Prozent von zuvor geplanten 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für heuer aushandeln.

Serbien hatte im März mit dem IWF ein Hilfspaket im Wert von 3 Mrd. Euro vereinbart. Eine IWF-Delegation wird im August erneut in Belgrad erwartet, um Ergebnisse unter die Lupe zu nehmen.

Belgrad hat bisher 800 Mio. Euro vom vereinbarten Kredit erhalten, weitere 2,1 Mrd. Euro sollten entsprechend der März-Einigung für Hartwährungsreserven verwendet werden. Finanzministerin Diana Dragutinovic hatte Ende letzter Woche allerdings die Absicht der Regierung angekündigt, sich in den bevorstehenden Gesprächen mit dem IWF auch um die Zustimmung zu bemühen, einen Teils der verbliebenen Kreditmittel für die Finanzierung des Budgetdefizits zu verwenden. Serbien wolle dies vor allem angesichts der spezifischen Umstände, der weltweiten Wirtschaftskrise sowie der Notwendigkeit, eine Budgetreserve zu sichern, erreichen, so Dragutinovic laut dem Wirtschaftsblatt “Biznis” (Montag-Ausgabe).

Die serbische Regierung hat laut dem Belgrader Blatt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits ein Budgetdefizit in der Höhe von 53 Mrd. Dinar (668 Mio. Euro) verbucht. Die IWF-Einigung geht bis Jahresende von einem Budgetdefizit von insgesamt 70 Mrd. Dinar aus. Auf der Einnahmenseite gab es den größten Rückgang beim Aufkommen aus der Mehrwertsteuer, das in der ersten Jahreshälfte um 13 Mrd. Dinar bzw. 21,8 Prozent niedriger als in der Vergleichsperiode Vorjahres war. Gleichzeitig ist das BIP nach amtlichen Angaben um 3,5 Prozent zurückgegangen. Die Budgetausgaben waren gemäß “Biznis” in der ersten Jahreshälfte real um 6,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

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