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Selbstmordattentat in Wiener Bus: Polizei übt den Notfall in Kaisermühlen

Etwa 250 Beamte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz üben in Wien den Ernstfall.
Etwa 250 Beamte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz üben in Wien den Ernstfall. ©APA/Sujetbild
In einer dreiwöchigen Übung stellen sich seit dem 9. April in Kaisermühlen etwa 250 Beamte den Notfall. Das Szenario: In einem Touristenbus in Wien-Donaustadt hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und etwa 20 Menschen in den Tod gerissen. Nun liegt es am DVI-Team, die Opfer zu identifizieren.

In drei Tranchen testen etwa 250 Experten den Ernstfall. Das Gros der Teilnehmer – etwa 220 Beamte – kommt vom österreichischen DVI-Team (DVI steht für Disaster Victim Identification, Anm.), erstmals sind bei einer solchen Aktion auch Teams aus Deutschland und der Schweiz dabei. Das macht auch Sinn, wie Harald Stöckl, Referent für DVI-Angelegenheiten im Innenministerium, am Dienstag bei einem Hintergrundgespräch sagte. Denn die Vorgaben sind die selben, die Vorgangsweise nicht unbedingt. Und Zusammenarbeit ist immer wieder gefragt. Dementsprechend geht auch die Übungsannahme davon aus, dass in dem Bus Touristen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gesessen sind.

Zähne identifizieren Opfer

Die Identifikation eines Opfers kann nach Interpol-Vorgaben auf drei Arten erfolgen: durch den Zahnstatus, über die DNA und über Fingerabdrücke. Dabei hat gerade in Mitteleuropa der Zahnstatus nach wie vor einer sehr wichtige Rolle inne. So erfolgten beim Tsunami 2004 in Südostasien 93 Prozent der Identifikationen österreichischer Opfer über den Zahnstatus, nur fünf Prozent über die DNA und zwei Prozent über die Fingerabdrücke, wie Stöckl erläuterte. Gerade in Mitteleuropa ist die Dokumentation bei Zahnärzten sehr gut und damit ist dies schlichtweg die schnellste Methode.

DVI-Team seit 2004

Das heimische DVI-Team wurde im Juli 2004 ins Leben gerufen. “In den 90er-Jahren und zu Beginn des Jahrtausends gab es einige Katastrophen, bei denen wir ein DVI-Team brauchen hätten können”, erläuterte Stöckl. Beispiele waren der Absturz der Lauda Air-Boeing 767 in Thailand im Mai 1991 oder die Katastrophe von Kaprun im Jahr 2000 mit 155 Toten. Nur ein halbes Jahr nach der Gründung des Teams ereignete sich der Tsunami in Südostasien, bei dem auch mehr als 80 Österreicher ums Leben kamen, die meisten in thailändischen Urlaubsregionen im Indischen Ozean. Der bisher jüngste große Einsatz war die Identifikation von 70 der 71 toten Flüchtlinge in dem Kühl-Lkw auf der A4 bei Parndorf im August 2015.

Handydaten zeigen Identität der Besitzer

In diesem Zeitraum hat sich für die DVI-Teams einiges verändert. Die größte technische Neuerung war wohl das Smartphone, das es vor 14 Jahren noch nicht gab, heute aber eine Selbstverständlichkeit darstellt. Nicht wenige der Flüchtlinge in dem Schlepper-Lkw wurden unter kräftiger Mithilfe ihrer Handydaten identifiziert. Auch soziale Netzwerke spielen eine große Rolle, beispielsweise wenn Angehörige nach Vermissten suchen.

Das DVI-Team tritt erst bei Ereignissen ab einer bestimmten Größe auf den Plan. Grundsätzlich wird zwischen geschlossenen und offenen Ereignissen unterschieden. Geschlossene wie zum Beispiel Flugzeugabstürze sind etwas einfacher zu bewältigen: Über die Buchungs- und Passagierlisten wissen die Experten im Prinzip, wer in der Maschine war, und müssen die Identitäten im Prinzip den Opfern zuordnen. Diese Informationen hat man bei offenen Katastrophen nicht.

(APA/red)

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