Secondo Me – Trailer und Kritik zum Film

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Secondo Me – Trailer und Kritik zum Film
Drei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die doch eines teilen: Den Beruf als Garderobier in einem berühmten Opernhaus. “Secondo me” hat der gebürtige Moldawier und Wahlwiener Pavel Cuzuioc seinen neuen Dokumentarfilm betitelt, mit dem er das im Kern Untheatrale, das Banale, das Alltägliche vor den Vorhang bittet.

Für Cuzuioc stellt “Secondo me” Teil 2 seiner 2011 mit “Digging for Life” begonnenen Trilogie über Menschen in mehr oder minder außergewöhnlichen Berufen dar. Waren es im Auftaktwerk Totengräber, die der Regisseur ins Bild rückte, sind es nun jene Dienstleister, die von den Theaterbesuchern meist wenig Beachtung erfahren.

Mit der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper und dem Opernhaus von Odessa hat sich der 1978 geborene Cuzuioc drei renommierte Institutionen ihrer Zunft herausgesucht. Zugleich bilden die Opernhäuser lediglich das Bühnenbild für drei Porträts, die letztlich ganz ohne Oper auskommen.

Der Senior des sich unbekannten Trios kommt aus Wien, ist Ronald Zwanziger doch 72 Jahre alt und gehört in der Staatsoper als Faktotum zum Inventar. Der studierte Indogermanist und Bibliothekar ist zusätzlich nach wie vor in der Unibibliothek tätig, wohin ihn die Kamera ebenso begleitet wie zum Abspecken ins Fitnessstudio.

Und während der einzelnen Akte lernt der rüstige Zwanziger Sprachen. Überhaupt steht bei “Secondo me”, anders als man vermuten könnte, weniger das Warten im Vordergrund, sondern das Tun der Protagonisten. Das gilt vor allem für den quirligen Flavio Fornasa, Garderobier an der Scala. Diesen Job versieht der 55-Jährige neben seiner Stelle als Sicherheitsinspektor bei der Bahn. Ist er im Opernhaus ein dienstbeflissener Garderobier wie er im Buche steht, ist er im Privatleben leidenschaftlich engagierter Streiter, Vater und Kommunist voller Selbstironie.

Secondo Me – Die Handlung und Kritik

Weniger humoraffin kommt da Sokhatskaya Nadezhda Mihajlowna daher. Sie arbeitet als Pensionistin in Odessa als Garderobiere – ein Beruf, dem sie sich erst spät zugewandt hat. Ansonsten richtet sich ihre gesamte Energie auf Enkelsohn Stasik, der kurz davor steht, ins Ausland zu gehen.

Hier folgt ihr der Film beim Kochen, beim Tratsch mit einer Freundin und der alltäglichen Organisation des Familienlebens. Und doch ist der Text im Kern belanglos und nebensächlich. Die eigentliche Geschichte erzählt sich über Cuzuiocs Bilder, die ohne lange Erklärungen auskommen. Den verbindenden Bogen, den “Secondo me” (Italienisch für “Nach meiner Meinung”) schlägt, stellen die Biografien dreier Menschen dar, die ihren Beruf teilen und ansonsten im wesentlichen das Menschsein.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Secondo Me”

(APA)

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