Scooter begeistern mit opulenter Show im Wiener Gasometer

Besonders die Hits der 90er- und frühen 2000er-Jahre begeisterten die Wiener Scooter-Fans.
Besonders die Hits der 90er- und frühen 2000er-Jahre begeisterten die Wiener Scooter-Fans. - © APA (Sujet)
Im Rahmen ihrer 25-Jahr-Jubiläumstour haben Scooter am Dienstag ein Konzert im Wiener Gasometer gegeben. Mit einer bombastischen Bühnenshow zeigten die deutschen Meister der elektronischen Tanzmusik einen Querschnitt aller Schaffensperioden. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: Die Klassiker aus den 90er- und frühen 2000er-Jahren sind nach wie vor die Highlights.

Die Kultband will mit der “100% Scooter – 25 years wild and wicked”-Tour zeigen, dass sie noch immer am Puls der Zeit ist. Die Bühnenshow des Trios um den wasserstoffblonden Sänger H.P. Baxxter war aufwendig, mehrere LED-Wände belebten die sonst typisch spärliche Bühne: Zwei Podeste für Michael Simon und den Österreicher Phil Speiser an den Synthesizern, eine Treppe in der Mitte, fertig.

Bombastische Bühnenshow im Wiener Gasometer

Die ebenfalls für Scooter-Shows typischen Go-Go-Tänzerinnen wurden diesmal von derselben Anzahl männlicher Tänzer unterstützt. Alle traten in zum Teil sehr aufwendigen Kostümen auf und ergänzten die eindrucksvollen LED-Arrangements und Feuershow-Elemente mit ausgefeilten Choreografien. Nackte Haut zu zeigen blieb dabei Privileg der leicht bekleideten Damen, sodass der Titel “Move Your Ass” tatsächlich Programm war.

Mit dem Opener “One (Always Hardcore)”, einem Klassiker aus den frühen 2000ern, fuhr dem Publikum der Bass in die Knochen. Begeistert verfiel es in ausgelassene Ekstase, und im seit Wochen ausverkauften Gasometer hallte es aus tausenden Kehlen “Always Hardcore!”. Das ist die Stimmung, die man sich bei einem Scooter-Konzert wünscht: Kompromisslose Partylaune, die spätestens bei H.P. Baxxters typischen Schlachtrufen den Besuchern ins Mark fährt.

Doch das war’s vorerst mit den alten Gassenhauern, denn Scooter wollte neben den alten Hits auch die jüngsten Erfolge vorführen und beweisen, dass sie noch lange nicht genug haben. Dazu gehörten “Bora! Bora! Bora!” und “My Gabba” vom aktuellen, im September veröffentlichten 19. Studioalbum “Scooter Forever” sowie “Bigroom Blitz”, das mit dem amerikanischen Rapper Wiz Khalifa aufgenommen wurde und dessen Stimme vom Band zu hören war.

Große Begeisterung der Wiener “Scooter”-Fans für alte Hits

Obwohl die Stimmung ausgelassen blieb, erreichte sie die frenetischen Höhen des Openers nur, wenn das Frühwerk geboten wurde: Bei “How Much is the Fish?” und “Fire” tobte das Gasometer. Das Publikum sprang, brüllte den Refrain mit und hatte die Hände in der Luft. Doch leider wurden viele der bekannten Hits nur verkürzt wiedergegeben. So fasste das Abschlussmedley die Songs “Move Your Ass”, “Friends” und das allseits bekannte “Hyper Hyper” zusammen. Besonders bitter: Beim Medley aus “J’adore hardcore” und “Jumping all over the world” lief die Bassspur asynchron zur restlichen Musik und versalzte die ohnehin schon gekürzten Knaller.

Für die meisten Konzertbesucher dürfte die Nostalgie für ihre Jugend um die Jahrtausendwende, die gleichzeitig die Blütezeit der Band war, mit ein Hauptgrund für den Konzertbesuch gewesen sein. Die Erwartungen vieler Gäste, eine große 90er-Party mit besonders vielen Stücken aus dieser Zeit zu erleben, wurden auch vom Support-Act Dave 202 bestärkt, denn der schweizer DJ, der die Menge nur mäßig begeistern konnte, spielte zum Abschluss den 90er-Klassiker “Children” von Robert Miles als Einstimmung für Scooter.

So forderte das Publikum vor dem Konzert und während der Darbietung des Supportacts in lauten Chören den Klassiker “Maria” (“döp-döp-döp-dö-dö-döp-döp-döp”) – als dieser dann als erste Zugabe gegeben wurde, rief das gesamte Publikum begeistert den Refrain mit. Die 110-minütige Show ohne Verschnaufpause war offensichtlich ein Erfolg, wenngleich mehr Klassiker den Fans sicherlich zugesagt hätten. Denn obwohl Scooter einen eigenen, unverkennbaren Stil haben, wird dieser in neueren Stücken zunehmend verwässert, sodass sich die Songs ohne Baxxters charakteristischen Gesang kaum mehr von anderen Technoacts unterscheiden.

(APA/Red)

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