Schwerem Raub an eigener Mutter: Prozess gegen 25-Jährige

Eine 25-Jährige steht derzeit wegen schwerem Raub vor Gericht
Eine 25-Jährige steht derzeit wegen schwerem Raub vor Gericht - © APA (Sujet)
Am Wiener Straflandesgericht muss sich am Montag eine 25 Jahre alte Frau verantworten, die wegen dem Versuch des schweren Raubs an der eigenen Mutter angeklagt ist.

Die 25-Jährige soll wegen fünf Euro auf offener Straße ihre Mutter an den Haaren zu Bode gezerrt und ihren Kopf mehrfach auf den Asphalt aufgeschlagen haben.

Streit wegen fünf Euro: Prozess gegen 25-jährige

Eine Anrainerin beobachtete am 17. Juni 2014 in der Kärchergasse in Wien-Landstraße eine heftige Auseinandersetzung zweier Frauen. Offenbar ging es um Geld, die Jüngere schrie “Weil du es mir versprochen hast!”, die Ältere rief daraufhin um Hilfe. Wenig später lag letztere mit einer stark blutenden Rissquetschwunde in der rechten Gesichtshälfte auf dem Boden. Eine Einvernahme des Opfers, das im Spital behandelt werden musste, war zunächst nicht möglich. Die Frau befand sich laut polizeilichem Aktenvermerk “in einem psychischen Ausnahmezustand”. Drei Monate später erzählte die Mutter dann den Beamten, ihre ältere Tochter habe von ihr fünf Euro verlangt und sei gewalttätig geworden, als sie das Geld nicht bekam.

Mutmaßliche Täterin: “Ich hab’ ihr niemals etwas angetan”

“Ich war fassungslos, als mich die Polizei abgeholt und mitgenommen hat”, berichtete die Tochter nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Stefan Romstorfer). Und weiter: “Ich hab’ ihr niemals etwas angetan.” Vielmehr leide sie seit ihrer Kindheit unter den Drogen-Eskapaden ihrer Mutter: “Wir haben’s nicht leicht g’habt miteinander. Wir haben gestritten, wenn sie ihre Entzugs-Medikamente nicht genommen hat. Da wird sie hysterisch. Wenn es so weit kommt, gehe ich ihr aus dem Weg.” Ihre Mutter habe “angeblich einen Fehler im Kleingehirn. Man kann halt nix machen”, bedauerte die Angeklagte. “Die Mama” sei schon mehrfach auf der Straße angegriffen worden: “Ich hab’ sie schon öfters verwundet vorgefunden. Sie ist blau gewesen. Es ist ein Wahnsinn mit meiner Mutter.”

25-Jährige bereits zuvor gerichtlich verurteilt

An den gegenständlichen Vorfall konnte sich die Angeklagte ihrer Aussage zufolge “nicht genau” erinnern: “Ich war zu der Zeit selber so drauf, dass ich mein Leben auf die Reihe kriegen musste.” Mit 19 war die junge Frau erstmals gerichtlich verurteilt worden, weil sie Cannabis und Kokain zum Eigenbedarf besessen und obendrein einem Bekannten Utensilien zum Hanf-Anbau und Anweisungen zur Aufzucht überlassen hatte. Eine weitere Verurteilung folgte, unter anderem wegen Körperverletzung. Mehrere Monate verbrachte sie daraufhin im Gefängnis.

Prozess auf Ende September vertagt

Seit ihrer Entlassung im Jahr 2014 versucht die 25-Jährige, ihren Lehrabschluss nachzuholen. “Ich hab’s immer noch nicht geschafft, weil immer Probleme sind”, lamentierte sie. Auf die richterliche Frage, was sie denn werden wolle, erwiderte die Angeklagte: “Medienfachfrau.” Zur Einvernahme der Mutter, die unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschien, und der unbeteiligten Zeugin, die urlaubsbedingt fehlte, wurde auf Ende September vertagt.

(APA/Red.)

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