“Schwer kranke Kinder”: Mehrere Flüchtlinge in Spitäler eingeliefert

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Die Einsatzkräfte helfen, wo sie können.
Die Einsatzkräfte helfen, wo sie können. - © APA/Georg Hochmuth
Durch den großen Flüchtlingsandrang aus Ungarn sind auch die Einsatzkräfte gefordert. Der Wiener Krankenanstaltenverbund beobachtet die Situation und koordiniert die Hilfe.

Das “Sanitätsteam Wien” hat in der Nacht in Bundeshauptstadt insgesamt 70 Flüchtlinge medizinisch versorgt. Der größte Teil von ihnen wurde ambulant betreut, fünf Personen mussten in Spitäler eingeliefert werden. Das teilte das aus Arbeiter Samariter-Bund, Berufsrettung Wien, Johannitern, Maltesern und Rotem Kreuz bestehende Team mit.

Gründe für Spitalsbehandlung seien unter anderem psychische Belastungsreaktionen und Bluthochdruck gewesen, sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Ronald Packert. “Es war nichts Lebensbedrohliches und es waren auch keine Verletzungen”, fügte er hinzu. Tätig ist das Team an West- und Hauptbahnhof und anderen Nacht-Betreuungsstellen. In einem Pavillon des Pflegewohnheims Baumgarten fanden 100 Menschen Unterschlupf und wurden dort vom Roten Kreuz betreut. 680 Menschen verbrachten die Nacht am Westbahnhof.

Der KAV, der Wiener Krankenanstaltenverbund, beobachte laufend die Anzahl der Schutzsuchenden und sorgt dafür, dass die Spitäler auf eine mögliche höhere Anzahl von Patienten vorbereitet sind, hieß es am Sonntag in einer Aussendung. Das freiwillige Engagement des KAV-Personals sei sehr groß, es meldeten sich immer wieder Ärzte und Pflegepersonal, die sich für den Einsatz zur Verfügung stellen. Bezüglich der Unterbringung von Schutzsuchenden stehe der KAV in Kontakt mit dem Fonds Soziales Wien, Vorbereitungen dazu seien schon im Laufen.

Nickelsdorf: Rettungskräfte im Einsatz

n der Nacht auf Sonntag mussten 16 Flüchtlinge nach ihrem Eintreffen am Grenzübergang Nickelsdorf in die Krankenhäuser nach Kittsee und Eisenstadt gebracht werden. “Davon waren sieben Kinder, die schwer krank waren”, so der Einsatzleiter des Roten Kreuzes während der Nacht, Reinhold Renner, zur APA.

“Wir haben eine große Welle gehabt um eins, zwei in der Früh. Da sind ungefähr 1.000 Leute plötzlich gekommen. Da waren doch viele kranke Kinder dabei”, schilderte Renner. Kinder hätten an Durchfall, Erbrechen und Dehydrierung gelitten.

Unter den Ankommenden seien auch Diabetiker mit massiv hohen Zuckerwerken – über 500 – gewesen. “Die haben wir dann in die Krankenhäuser gebracht.” Einige schwangere Frauen, die über plötzliche Schmerzen im Unterbauch klagten, wurden in die gynäkologische Abteilung des Spitals in Eisenstadt gebracht.

(APA, Red.)

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